Welche Bilder kommen Dir als erstes in den Sinn, wenn Du an einen Kurztrip in den Harz denkst? 

Das höchste Gebirge Norddeutschlands, das am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt, ist vor allem für seine Felslandschaften und ausgedehnten, dunklen Fichtenwälder bekannt. Der sagenumwobene Brocken als höchster Harzgipfel ist da natürlich der Touristenmagnet Nummer 1 mit der wohl größten Anziehungskraft der Region. Aber auch von den malerischen Fachwerkstädtchen Wernigerode, Quedlinburg und Goslar hast Du sicherlich schon das eine oder andere Kalenderfoto gesehen.

Wenn Du allerdings am liebsten auf den nicht ausgetreten Pfaden unterwegs bist, stelle ich Dir in diesem Beitrag einen waschechten Geheimtipp vor: den Naturpark Südharz.

In dieser touristisch noch zum Teil völlig unberührten Gegend rund um Nordhausen in Thüringen waren wir im Spätsommer für fünf Tage unterwegs.

Der graue Fleck auf der Landkarte, von dem wir zugegebenermaßen eigentlich gar keine Vorstellung hatten, entwickelte sich in dieser Zeit zu einer unserer neuen Lieblingsregionen in Deutschland.

Völlig unaufgeregt und bescheiden, aber doch spektakulär und faszinierend auf seine ganz eigene Weise – so hat der Naturpark Südharz sich in unser Herz geschlichen.

Komm also mit auf eine kleine Reise in den nördlichsten Naturpark Thüringens – wo der Harz am südlichsten ist!

Werbehinweis
Dieser Artikel enthält Werbung für meinen Kooperationspartner, den Harzer Tourismusverband, der mich zu dieser Medienreise eingeladen hat. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.
Weidewiese mit Abendstimmung an der Wolfsmühle in Rodishain
Abendstimmung an der Wolfsmühle in Rodishain

Inhaltsverzeichnis

Naturpark Südharz – Einzigartige Karstlandschaft und unberührte Vielfalt


Wo liegt der Naturpark Südharz?

Der Naturpark Südharz, der seit Ende 2010 offiziell besteht, gehört zum Freistaat Thüringen und befindet sich im Dreiländereck zu Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, nördlich der Kreisstadt Nordhausen.

Mit einer Größe von 26.700 Hektar macht er etwa ein Achtel des gesamten Harzes aus und ist geprägt von deutlichen Höhenunterschieden zwischen 185 bis zu 635 m, welche auf dem Großen Ehrenberg, der höchsten Erhebung, gemessen werden.

Anreise in den Naturpark Südharz

Mit dem Auto von Leipzig/ Halle bzw. Göttingen kommend, gelangst Du über die Südharz-Autobahn A 38 nach Nordhausen. Von Süden (z.B. Erfurt) kommend, erreichst  Du die Naturparkregion über die B 4. Bist Du gerade in anderen Regionen des Harzes unterwegs, folge der B 4 bzw. der B 81 Richtung Nordhausen.

Nordhausen und die Stadt Ellrich sind gut an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen. Vom Bahnhof in Nordhausen hast Du einen direkten Anschluss an den ÖPNV der Verkehrsbetriebe Nordhausen und das Netz der Harzer Schmalspurbahnen.

Übersichtskarte Naturpark Südharz
Hier mal ein grober Überblick über den Naturpark Südharz - Quelle: http://www.naturpark-suedharz.de/wp-content/uploads/2014/11/Karte-Naturpark-Christian-Schelauske2.jpg

Was macht den Naturpark Südharz so besonders?

Der Naturpark Südharz kombiniert die Höhenzüge des Thüringer Südharzes mit den einmaligen Phänomenen der Gipskarstlandschaft. Die steil aufragenden Randhöhen des Harzes sind eher geprägt von mystischen Felsformationen, tiefen Wäldern und blühenden Bergwiesen. Weiter südlich im Bereich des Zechsteingürtels findest Du als Kontrast grüne Karstbuckellandschaften mit Gipshöhlen, Karstquellen und Gipssteilhängen.

Diese Kombination von besonderen Naturräumen sorgt für eine beeindruckende biologische Vielfalt, die den Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere bildet.

Naturliebhaber und Wanderfans können hier spannende Touren auf naturbelassenen Pfaden erleben und darüber hinaus wunderschöne Ausblicke genießen.

Leider wird in der Rüdigsdorfer Schweiz, ganz am Südrand des Harzes, noch immer Naturgips in Tagebau-Steinbrüchen abgebaut, obwohl die Gipskarst-Region so ein einmaliger und artenreicher Naturschatz ist.

Typische Landschaft im Karstgebiet des Naturparks Südharz
Typische Karstbuckellandschaft im Naturpark Südharz

Ferienhotel Wolfsmühle – Unsere Unterkunft bei Nordhausen in Thüringen

Unseren Aufenthalt im Naturpark Südharz durften wir im Ferienhotel Wolfsmühle verbringen. Das urige Hotel mit Restaurant und Campingplatz liegt in ruhiger und idyllischer Lage im Ortsteil Rodishain bei Nordhausen in Thüringen.

Die Unterkunft ist ein absolutes Highlight für alle Natur- und Tierliebhaber. So hatten wir vom Balkon unseres gemütlichen Doppelzimmers einen direkten Blick auf die hauseigene Herde Galloway-Hochlandrinder, die zufrieden auf ihrer ausgedehnten Weide graste.

Auch Alpakas, Lamas und Esel fühlen sich auf einer großen Wiese sichtlich wohl und haben nicht nur einmal zu Begeisterungsrufen bei mir geführt.

Rund um die Wolfsmühle kann man herrlich spazieren, radfahren und wandern gehen, da der Weitwanderweg Lutherweg unmittelbar am Hotelgelände vorbeiführt. 

Ein richtig schöner Naturbadeteich, eine Innensauna und eine holzbefeuerte Fasssauna sorgen für Entspannung.

Das ausgezeichnete regionale Essen im hauseigenen Restaurant möchte ich noch besonders hervorheben. Reichhaltige Portionen zu äußerst fairen Preisen haben keine Wünsche offen gelassen. Nur für Vegetarier könnte die Auswahl deutlich größer sein, da die Küche schon sehr fleischlastig ist (jedoch alles aus eigener Zucht und Herstellung).

Das Ferienhotel Wolfsmühle mit seinen großzügigen Außenanlagen und Spielplatz kann ich nicht nur Familien mit Kindern von ganzem Herzen empfehlen. 

Eine Unterkunft mitten im Grünen, die zum Wohlfühlen einlädt und vom Preis-Leistungsverhältnis völlig in Ordnung ist.

Ein Doppelzimmer ist pro Nacht und inklusive Frühstück ab EUR 65,- buchbar, wobei ich die moderneren Komfort-Doppelzimmer für EUR 90,- vorziehen würde. Halbpension ist für einen Aufpreis von EUR 17,- zubuchbar.

Auf dem hauseigenen Campingplatz mit einer großen Camping-Wiese befinden sich 60 Stellplätze für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte. Es können aber auch komfortable Mobilheime reserviert werden.


Nordhausen – Das Thüringer Tor zum Harz

Wo liegt Nordhausen in Deutschland?

Nordhausen am Harz ist eine Kreisstadt im Landkreis Nordhausen in Thüringen und hat etwa 41.700 Einwohner. Die Stadt liegt am Südrand des Harzes und ist ein wichtiges Kultur- und Industriezentrum im Norden Thüringens.

Wie alt ist Nordhausen?

Nordhausen wurde im Jahre 927 zum ersten Mal erwähnt und war ab 1220 eine von zwei freien Reichsstädten in Thüringen, bis es 1802 an Preußen fiel.

Anfang 1945 wurde die von Fachwerkhäusern geprägte Stadt („Goslar des Südharzes“) durch zwei Luftangriffe leider zu 75% zerstört.


Farbenfrohe Fachwerkhäuschen im Stadtzentrum Nordhausen, Thüringen
Farbenfrohe Fachwerkhäuschen im Stadtzentrum Nordhausens

Ein Spaziergang durch die Nordhäuser Altstadt

Nordhausen gilt als das Thüringer Tor zum Harz. Ich hatte das Glück, einen Vormittag mit Michael Garke, einem Guide der Stadt- und Gästeführergilde Nordhausen unterwegs zu sein. Als Urgestein der Stadt hat er mir das besondere Flair des geschichtsträchtigen Ortes näher gebracht und so einige versteckte Ecken gezeigt.

Und auch wenn 1945 beinahe das gesamte Stadtgebiet zerstört wurde, war ich begeistert vom kleinen und daher umso wertvolleren Altstadtkern, der erhalten blieb. Vom Rathaus am Markt bis hinunter zum Stadtpark finden sich noch so einige liebevoll restaurierte historische Häuser. Viele Fassaden- wie zum Beispiel das niedliche rot-weiße Torhäuschen aus dem Jahre 1667  – erscheinen in neuem Glanz.

In der Altstadt verbinden zahlreiche Treppen und Stiegen (z.B. Kutteltreppe, Wassertreppe) kleine Gassen. Und auch entlang der historischen Stadtmauer schlängeln sich Wege und Stege und laden zum Entdecken ein. 

Ganz besonders fasziniert war ich von den vielen Treppenkäfern, die als Besonderheiten an den Treppen der Stadt zu finden sind. Diese liebenswerten kleinen Bronzefiguren erzählen jeder für sich seine eigene Geschichte. Entstanden durch ein Projekt des JugendSozialwerks Nordhausen laden die unterschiedlich gestalteten Treppenkäfer zum Staunen und Träumen ein. Was für eine niedliche Idee!

Es macht wirklich Spaß die abwechslungsreiche Altstadt zu erkunden, und wie nicht anders zu erwarten – hat die Zeit der Stadtführung lange nicht ausgereicht, um alle sehenswerten Orte in Nordhausen zu besuchen.


Nordhausen Sehenswürdigkeiten – Besondere Orte in und um Nordhausen

DER NORDHÄUSER ROLAND

Der Nordhäuser Roland gilt als Wahrzeichen der Stadt und zugleich als Symbol für Freiheit, Macht und Gerichtsbarkeit. Da nach einem Stadtbrand im Jahre 1710 das Gesicht des Rolands entstellt wurde, ziert heute eine Kopie die Fassade des alten Rathauses und blickt über den Marktplatz.

DOM ZUM HEILIGEN KREUZ

Neben dem Erfurter Dom der einzige in ganz Thüringen. Das Gotteshaus, das 961 errichtet wurde, erstrahlt seit der Sanierung 2017/2018 in neuem Glanz. Der Nordhäuser Dom vereinigt Zeugnisse der romanischen und gotischen Baukunst.

TRADITIONSBRENNEREI

Seit 1507 wird in Nordhausen Korn gebrannt. In der „Echten Nordhäuser Traditionsbrennerei“ werden täglich außer sonntags um 14 Uhr Führungen mit Verkostung des echten Nordhäuser Korns angeboten.

KZ GEDENKSTÄTTE MITTELBAU-DORA

Ein wichtiger Lern- und Gedächtnisort ist die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Im Außenlager des KZ Buchenwald mussten die Häftlinge eine Stollenanlage im Kohnstein für die Produktion der „V2“-Raketen ausbauen. Das ehemalige Lagergebäude mit baulichen Relikten (u.a. Krematorium) und ein Teil der Stollenanlage kann besichtigt werden.

IFA-MUSEUM NORDHAUSEN AM HARZ

Hier können die Besucher mehr als 50 originalgetreu restaurierte Exponate bestaunen, die in der 90-jährigen Geschichte der ehemaligen IFA-Motorenwerke Nordhausen hergestellt wurden, darunter z.B. Gruben- und Feldbahnloks und Dieselmotoren.

FLOHBURG – DAS NORDHAUSEN MUSEUM

Im Museum Flohburg werden mehr als 1100 Jahre Stadtgeschichte anschaulich und informativ präsentiert. Auch architektonisch ist das Gebäude eine gelungene Symbiose aus historischem Fachwerkbau und modernem Neubau.

KUNSTHAUS MEYENBURG

Das Kunsthaus Meyenburg gehört mit seinen wechselnden Kunstausstellungen zu den fünf bedeutendsten Kunstmuseen Thüringens. Die 1907 erbaute Jugendstil-Villa mit Aussichtsturm ist von einem wunderschönen Park umgeben.

BADEHAUS NORDHAUSEN

Das 1907 errichtete Jugendstilbad Badehaus Nordhausen bietet den Besuchern ein Erlebnisbad mit Gesundheitsbecken, Kinderbecken, Sportbecken, Röhrenrutsche sowie eine Saunalandschaft.

PARK UND VILLA HOHENRODE

Der 10 ha große Park Hohenrode  aus dem 19. Jahrhundert wurde nach den Prinzipien des englischen Landschaftsparks angelegt und ist Außenstandort der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt.

Fachwerkhaus Restaurant Felix in Nordhausen, Thüringen
Im "Felix" soll man übrigens auch richtig gut essen können.
Die Orgel des Doms von Nordhausen, Thüringen
Die Orgel des Doms von Nordhausen

LESETIPP

Auch an der Mosel rund um Traben-Trarbach kannst Du ganz hervorragend wandern, und es gibt auch sonst so einiges zu entdecken. Schau doch mal in meinen Blogbeitrag  und lass Dich inspirieren.

Traben-Trarbach – Tipps für Deinen Kurztrip an der Mosel


Wandern und Mountainbiken im Naturpark Südharz

Harzer Wandernadel

Stempelstelle der Harzer Wandernadel auf dem
Stempelstelle der Harzer Wandernadel auf dem "Grünen Band"

Bevor Du den Naturpark Südharz beim Wandern oder Mountainbiken unter die Lupe nimmst, besorge Dir unbedingt einen Wanderpass, damit Du fleißig Stempel für Deine persönliche „Harzer Wandernadel“ sammeln kannst.

Ich habe mich nämlich im Nachhinein geärgert, dass ich an so einigen der insgesamt 222 tollen Stempelstellen vorbeigekommen bin, und keinen solchen Pass parat hatte.

An den verschiedensten sehenswerten Plätzen in der gesamten Harzregion, wie zum Beispiel an urigen Schutzhütten, Aussichtspunkten und Naturdenkmälern, wirst Du diesen Stempelstellen begegnen. So kannst Du nach und nach den kompletten Harz erwandern und seine ganze Bandbreite erleben.

Eine Übersicht aller Stempelstellen und Orte, an denen Du das Stempelheft erwerben kannst, findest Du auf der offiziellen Seite der Harzer Wandernadel. Eine Vertriebsstelle ist beispielsweise die Stadtinformation am Markt in Nordhausen.


Wandertipp im Naturpark Südharz: Grünes Band-Tour auf dem Harzer Grenzweg

DATEN UND FAKTEN

 

Streckenlänge: 8,5 km
Dauer: 3 Stunden
Höhenmeter: 300 hm bergauf, 300 hm bergab
Schwierigkeit: mittel
Parken/ Startpunkt: Wanderparkplatz des Ellricher Stadtwaldes

Couchflucht wandert auf Kolonnenweg auf dem Grünen Band im Naturpark Südharz.
Unterwegs auf alten Kolonnenwegen

Dass der Südharz touristisch noch ein Geheimtipp zu sein scheint, wird auf dieser Rundwanderung schnell offensichtlich. Die Menschen, denen wir auf der kompletten Tour begegnen, lassen sich an einer Hand abzählen – und das bei allerschönstem Spätsommerwetter!

Wir starten im Ellricher Stadtwald ziemlich unspektakulär, und ich bin mir zunächst nicht sicher, ob diese Runde wirklich eine tolle Idee war. Wir wandern nämlich erstmal auf breiten Forstwegen, die dazu auch noch völlig durch Fuhrwerke zerfurcht und vermatscht sind. Kein besonders toller Einstieg.

Dann aber geht’s auf einem schmalen Pfad bergauf zum Aussichtspunkt „Roter Schuss“ mit einer Schutzhütte. Hier können wir dann endlich den Ausblick auf das südliche Harzvorland genießen und freuen uns, dass sich die ersten Blätter schon herbstlich verfärben.

Ausblick ins südliche Harzvorland an der Schutzhütte
Herrlicher Ausblick ins südliche Harzvorland an der Schutzhütte "Roter Schuss" bei Ellrich

Dass es schon gewaltig herbstelt, bemerken wir auf unserem weiteren Weg immer wieder. Der Streckenverlauf ist nun einfach nur herrlich, die ganze Zeit wandern wir auf schmalen und wilden Pfaden weiter bis zur Wendel-Eiche, einer der 222 Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Und ein perfekter Pausenplatz auf diesem höchsten Punkt der Tour auf 560 m. 

 

Tipp
Keine Einkehrmöglichkeiten auf diesem Wanderweg. Genügend Rucksackproviant einpacken!

 

Geht man nun noch ein paar Meter weiter nach rechts, kann man einen wunderbaren Blick auf den Brocken, der höchsten Erhebung im Harz, erspähen.

Ab hier befinden wir uns nun im Sperrgebiet an der Grenze der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik, einer Region die vier Jahrzehnte lang unzugänglich war.
Heute verläuft hier die Landesgrenze zwischen Thüringen und Niedersachsen.

Schatten der Vergangenheit

Wir folgen nun immer weiter dem „Grünen Band“ auf dem Harzer Grenzweg. Unglaublich, dass hier einmal der Todesstreifen entlang führte. Ein beklemmendes Gefühl an vergangene Zeiten macht sich breit. Und irgendwie ist es auch unwirklich, denn die grüne Wildnis, die sich hier ausgebreitet hat, ist einfach wunderschön anzuschauen. Wo früher Grenzsoldaten patrouillierten, ist heute Platz für eine besondere Artenvielfalt.

Die alten Grenzsteine und schwarz-weiß-roten Grenzpfeiler jedoch beweisen eindrücklich die Schatten der Vergangenheit und lassen sich nicht ausblenden.

Unser Weg führt uns weiter auf schmalen Trails, und wir sind fast ein wenig traurig, dass wir statt mit den Mountainbikes heute zu Fuß unterwegs sind. Hier lässt es sich nämlich hervorragend und recht flowig biken – da werden wir wohl nochmal zurückkommen!

Unbedingt lohnt sich auch unser Abstecher vom Grünen Band in Richtung Stiefmutterhütte (ebenfalls Stempelstelle). Der Ausblick auf die Hundertmorgenwiese im Elsbachtal ist total idyllisch und wirkt mit der Kuhherde und ihren Glocken fast voralpin.

Vorbei an Stacheldraht-Resten passieren wir auf unserem Rückweg noch die historische Zweiländereiche. Hier verlief die ehemalige innerdeutsche Grenze genau durch die beiden Stämme.

Parallel zum früheren Kolonnenweg laufen wir die letzten Meter zurück zum Parkplatz und sind uns einig:

Was für eine tolle Rundwanderung, die sich perfekt für einen entspannten halben Wandertag eignet! 


Tour zum Download auf Komoot


Fazit:

Wunderschöne Wege, tolle Aussichten und dazu noch ein lehrreiches Erlebnis mit Zeitzeugen der Vergangenheit!

Klare Weiterempfehlung!


Wandertipp im Naturpark Südharz: Südharzer Dampfloksteig

Der Südharzer Dampflok Steig schlängelt sich auf knapp 42 Kilometern und drei Tagesetappen durch den Naturpark Südharz. Dabei überwindet er fast 2000 Höhenmeter, liefert weite Ausblicke in das Harzvorland und verläuft auf schmalen, naturbelassenen Pfaden durch den Laubmischwald im Norden Thüringens.

Die mit einer roten Lokomotive markierte Route verbindet das Bergdorf Sophienhof mit der Kreisstadt Nordhausen und bietet Abstecher zu Burgruinen, spektakulären Felsformationen und Haltestellen der Harzer Schmalspurbahnen.

Je nach Lust und Laune kannst Du Teile der Wegstrecke zu Fuß oder mit der Bahn zurücklegen.

DATEN & FAKTEN

Streckenlänge: 41,8 km

Dauer: 12:23 h

Höhenmeter: 977 hm bergauf – 1.262 hm bergab

Schwierigkeit: mittel

Übersichtskarte mit Verlauf des Südharzer Dampfloksteigs
Verlauf des Südharzer Dampfloksteigs - Quelle: https://www.region-suedharz-kyffhaeuser.de/wegeverlauf-etappen.html - Illustration erstellt von artistil designagentur

Der Tourismusverband schlägt eine Aufteilung des Südharzer Dampflok Steigs in die folgenden drei Tagesetappen vor:

EtappeStreckeLängeDauerSchwierigkeitHöhenmeter
1Sophienhof – Netzkater11,8 km3,5-4 Stundenmittel284 hm bergauf, 444 hm bergab
2Netzkater – Neustadt18,6 km6-7 Stundenmittel832 hm bergauf, 892 hm bergab
3Neustadt – Nordhausen11,5 km3-4 Stundenleicht97 hm bergauf, 162 hm bergab


Tour zum Download auf Komoot


Mit dem Mountainbike unterwegs auf der zweiten Etappe von Neustadt nach Netzkater

Auf unserer Mountainbike-Tour durch den Naturpark Südharz wollen wir die zweite Etappe des Südharzer Dampflok Steigs erkunden.

Viele Highlights erwarten uns auf der landschaftlich wunderschönen Route, die wir im schnuckeligen Luftkurörtchen Neustadt starten:

Couchflucht genießt Aussicht vom Hochstand auf dem Südharzer Dampfloksteig
Sanfte Hügellandschaften auf dem Südharzer Dampfloksteig
  • Die Burgruine Hohnstein mit mittelalterlichem Flair und einer Burganlage, die Abenteuerlust weckt, und das nicht nur bei kleinen Entdeckern. Hier gibt’s auch einen gemütlichen Burggasthof mit Biergarten und schönem Panorama.
  • Die leckere Eisdiele in Ilfeld mit Straßenverkauf
  • Die Aussicht von der Burschenklippe auf das Städtchen Ilfeld
  • Die spektakuläre Felsformation Gänseschnabel aus vulkanischem Gestein, die nicht umsonst so heißt und eine wunderbare Aussicht ins Behretal bietet
  • Der alpine Bergpfad zur Wetterfahne, für den Trittsicherheit echt empfehlenswert ist und der mit einem Mountainbike bergauf technisch schon sehr knifflig ist. Für mich war jedenfalls wieder Schieben angesagt.
  • Die wunderschöne Aussicht von der Wetterfahne Ilfeld (Stempelstelle der Harzer Wandernadel auf 480 Meter Höhe)) mit überdachtem Rastplatz und Gipfelbuch. Weit streift der Blick von hier nach Süden ins Thüringer Land und auf den Tagebau Niedersachswerfen.
  • Der Aussichtspunkt an den Klippen der Bielsteine. Ein tolles Fotomotiv, denn der langgezogene Felsvorsprung am Oberen Bielstein ragt ins Gottestal hinein, und man blickt u.a. auf den Poppenberg und wunderschöne Laubwälder.
  • Der Poppenbergturm auf dem 600 m hohen Berg des Südharzes. Der steile Aufstieg lohnt sich wegen des grandiosen Panoramas auf den Brocken und die umliegenden Wälder des Kyffhäuser Bergzuges! Der stählerne Aussichtsturm überragt mit seinen über 33 Metern alle umliegenden Bäume und ermöglicht einen faszinierenden Rundblick, nachdem Du die 177 Stufen erklommen hast. Auch hier befindet sich eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel.
    Achtung: Nichts für Menschen mit Höhenangst! Augen zu und durch … ;-)

Du siehst schon: jede Menge landschaftliche Höhepunkte, von denen eigentlich sogar noch mehr auf uns gewartet hätten, zum Beispiel: die Felsformationen am Falkenstein, der Dreitälerblick am Netzkater und die Neustädter Talsperre.

Mein Fazit zum Mountainbiken auf dem Südharzer Dampfloksteig

Leider haben wir zeitlich nicht die komplette, ursprünglich geplante Strecke geschafft, da wir erst am Nachmittag zu unserer Mountainbike-Tour aufgebrochen sind. Eines steht fest: Wir werden definitiv noch einmal zu einer ausgiebigen Wanderung in den Naturpark Südharz zurückkommen. Die Region ist echt total schön, und ich würde gerne beim nächsten Besuch den Südharzer Dampfloksteig einmal komplett zu Fuß erwandern. 

 

Wichtige Hinweise zu unserer Mountainbike-Tour auf dem Südharzer Dampflok Steig
Beim Südharzer Dampfloksteig handelt es sich um einen Wanderweg, den man zwar auch mit dem Mountainbike befahren darf, der aber meiner Meinung nach dafür zum größten Teil einfach nicht gemacht ist. Zu steil, ausgesetzt und verblockt für mein Empfinden. Wie gesagt, ein Traum zum Wandern. Mit dem Bike aber eben oft eine Schiebestrecke, auf der man einfach nicht gut vorankommt. Zum Mountainbiken im Naturpark Südharz empfehle ich daher lieber die offiziell ausgewiesenen Mountainbike-Strecken zu nutzen. Dazu gleich noch mehr!

Tour zum Download auf Komoot

Bitte unbedingt auch die Anmerkungen in meinem Kommentar zur Tour auf Komoot beachten, da die Tour so nur bedingt zum Nachfahren geeignet ist!


Was Dich sonst noch auf dem Südharzer Dampflok Steig erwartet

Bei Deiner Wanderung auf dem Südharzer Dampfloksteig erwarten Dich nicht nur viele schöne Fernsichten. Immer wieder begegnen Dir die schmalen Gleise der Harzer Schmalspurbahnen. Auf Teilen des Karstwanderweges wanderst Du durch offene Landschaften und gelangst schließlich zum Poppenberg und den oben beschriebenen Felsformationen der zweiten Etappe.

Nachdem Du den Ausblick von der Schutzhütte „Dreitälerblick“ genossen hast, kannst Du im Schaubergwerk Rabensteiner Stollen in einen alten Steinkohleschacht einfahren.

Über Pfade erreichst Du den Hof Christianenhaus mit Alpakazucht und wanderst durch Mischwälder schließlich hinauf zur Ziegenalm Sophienhof, die auf einem Wiesenplateau gelegen ist.

Vom Haltepunkt Sophienhof kannst Du dann mit den Harzer Schmalspurbahnen zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Nordhausen zurückfahren.

Das Streckennetz, die Tarife und den aktuellen Fahrplan der nostalgisch schnaufenden Dampflok findest Du auf der Homepage der Harzer Schmalspurbahnen.

Ausblick von der Burgruine Hohnstein ins südliche Harzvorland
Ausblick von der Burgruine Hohnstein ins südliche Harzvorland

Wandertipp Kurzvariante 1: Dampflok-Tour im Naturpark Südharz

Länge: 5,5 km

Schwierigkeit: leicht

Gehzeit: 2 Stunden

Bei dieser kurzen Halbtagestour startest Du am Haltepunkt Sophienhof und wanderst über ein Wiesenplateau zur Ziegenalm. Über Pfade und an kleinen Bachläufen vorbei geht es hinab ins Ilfelder Tal bis zum Haltepunkt Netzkater. Wenn Du Lust hast, kannst Du hier die geheimnisvolle, unterirdische Welt des Steinkohlenbesucherbergwerks Rabensteiner Stollen besichtigen.

Alternativ bietet sich die Möglichkeit noch 120 Höhenmeter zum Aussichtspunkt Dreitälerblick bergauf zu wandern.

Flyer „Dampflok-Tour“ mit Kartenmaterial zum Download

Markierung Südharzer Dampfloksteig an einem Baum im Naturpark Südharz
Tuff tuff tuff - die Wege des Südharzer Dampfloksteig sind bestens markiert

Wandertipp Kurzvariante 2: Felsen-Tour im Naturpark Südharz

Aussicht zwischen den Felsen der Bielsteinkanzel auf den Naturpark Südharz
So schaut's aus, wenn man zwischen den Felsen der Bielsteinkanzel hindurchlünkert.

Länge: 7,8 km Rundweg

Schwierigkeit: mittel – anspruchsvoll

Gehzeit: 3 Stunden

Diese recht kurze Rundwanderung beinhaltet einige der Highlights und spektakulären Felsformationen des Südharzer Dampfloksteigs.

Vom Sportplatz in Ilfeld wanderst Du durch den Buchenwald des Gottestales steil bergauf in Richtung Aussichtspunkt am Falkenstein mit seinen falkenähnlichen Felsgestalten. Auf schmalen Pfaden kannst Du von hier tolle Ausblicke ins südliche Harzvorland genießen. Weiter aufwärts gelangst Du zum Poppenberg mit dem gleichnamigen Aussichtsturm und Brockenblick. Nun folgst Du einem naturbelassenen Pfad den Hang entlang, vorbei an der Kupfertalsklippe, zur Bielstein-Aussicht, die sich wie eine Kanzel über das Tal erhebt. Über das Gottestal geht es schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour nach Ilfeld.

Flyer „Felsen-Tour“ mit Kartenmaterial zum Download


Wandertipp im Naturpark Südharz: Karstwanderweg Südharz

Die extrem wasserlöslichen Gesteine Gips und Anhydrit sind verantwortlich für die Entstehung der Südharzer Karstlandschaft.

In Thüringen beginnt der Karstwanderweg, der auf insgesamt 239 km Länge auch durch Teile Niedersachsens und Sachsen-Anhalts verläuft, in Klettenberg und Ellrich. Er führt durch den Naturpark Südharz bis zur Heimkehle im „Alten Stolberg“.

Hier kannst Du besondere Naturphänomene entdecken, denn durch den Gipskarst sind Seen, Höhlen und eine faszinierende Landschaft entstanden. Diese ist nicht nur geologisch interessant, sondern zeichnet sich auch durch eine enorme biologische Vielfalt aus. Durch Auslaugungen und das Wegbrechen von Höhlen entstanden richtige Krater, die sich mit Wasser füllten.

Große Karstbuchen verteilen sich über die Landschaft. Nördlich des Ortes Hörningen ist der Sattelkopf Teil des Naturschutzgebietes Sattelköpfe. Aus botanischer Sicht zählt dieses zu den interessantesten Bereichen der Karstlandschaft im Naturpark Südharz.

An der Gipshöhle „Kelle“ und der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora vorbei führt der Karstwanderweg zur größten Karstquelle Thüringens, dem Salzaspring.

Schließlich gelangt man durch die malerische Rüdigsdorfer Schweiz in einen großen Alabastergipsbruch mit einem der reinsten Karstgesteine. Der Karst ist gerade hier ein Nährboden für besondere Pflanzen wie seltenen Orchideen. 

Im Waldgebirge des „Alten Stolbergs“ reiht sich ein Karstphänomen an das nächste. Karstquellen, Erdfälle und Buckellandschaften führen den Wanderer zur Gipshöhle „Heimkehle“, die auch wir bei unserem Besuch im Naturpark Südharz besichtigt haben.

Der glasklare unterirdische Thyra-See in der Höhle Heimkehle
Der glasklare unterirdische Thyra-See in der Heimkehle

LESETIPP

Meine Kollegin Andrea vom Reiseblog „Indigoblau“ hat ganz viele Beiträge über den Harz geschrieben. Schau doch mal in diesen Artikel, wenn Du noch mehr Sehenswürdigkeiten im Harz kennenlernen möchtest.

Unglaubliche Orte im Harz


Wandertipp im Naturpark Südharz: Grüner Karst-Tour

Länge: 9,5 km Rundweg

Schwierigkeit: leicht – mittel

Gehzeit: 3 Stunden

Diese Halbtageswanderung beginnt am Waldhotel Kalkhütte im Zentrum des Waldgebirges „Alter Stolberg“ direkt am Karstwanderweg. Das Gebiet wird durch steile Gipshänge begrenzt, in deren Flanken sich tiefe Karsttäler eingegraben haben. Es geht durch naturnahe Buchenwälder an zahlreichen Karsterscheinungen vorbei bis nach Steigerthal. Über einen schönen Hohlweg gelangst Du wieder auf den Karstwanderweg und schließlich zurück zur Kalkhütte.

Flyer „Grüner-Karst-Tour“ mit Kartenmaterial zum Download


Karstschauhöhle Heimkehle

Bei Uftrungen befindet sich die rund zwei Kilometer lange Karstschauhöhle Heimkehle, die es sich unbedingt lohnt, zu besichtigen. Bei einer Führung kannst Du so in die Unterwelt der Karstlandschaft eintauchen. Die 22 m hohe und 65 m breite Halle – der „Große Dom“ –  ist genauso beeindruckend wie das große Portal des Natureinganges und der glasklare, unterirdische Thyra-See.

Ich fand es wahnsinnig spannend durch dieses Naturphänomen zu laufen und zu erfahren, wie die Höhle über Jahrtausende von Flüssen aus dem weichen Untergrund des Sulfatkarstes gewaschen wurde. Die Heimkehle gehört zu einer der größten Höhlen im Südharzer Karstgebiet.

Auf dem 750 Meter langem Besichtigungsweg überquerst Du sogar die Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen, die mitten durch die Schauhöhle verläuft.  Als Highlight erwartet die Besucher im Großen Dom eine Lichtershow mit musikalischer Untermalung.

Leider ist die Heimkehle aber nicht nur ein geologisches Phänomen, sondern verbirgt auch ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte. 1944 mussten hier Häftlinge des benachbarten KZ-Außenlagers Rottleberode unter Tage Flugzeug-Fahrgestelle herstellen. Unter menschenunwürdigen Bedingungen wurden die Hohlräume der Heimkehle zum Produktionswerk ausgebaut. Heute erinnert eine Mahn- und Gedenkstätte im Kleinen Dom an dieses dunkle Kapitel in der Historie der Höhle Heimkehle.

Aber auch naturwissenschaftlich ist die Gipshöhle, die durch die Arbeit des fließenden Wassers geschaffen wurde, eine Besonderheit. Sie dient nämlich vielen Fledermausarten als Winterquartier.

Eine Erkundung der Höhle ist ausschließlich im Rahmen einer Führung möglich.

Tipp: Feste Schuhe und Jacke nicht vergessen, denn die Temperaturen in der Höhle betragen ganzjährig um die 8 Grad Celsius.

Eintrittspreise:
Erwachsene: EUR 5,50

Kind (3-16 Jahre): EUR 3,10

Fotoerlaubnis: EUR 5,00

 

Öffnungszeiten:
November – April:

Fr-So und Feier-/ Ferientage in Sachsen-Anhalt 11-16 Uhr, Führungen um 11, 13 und 15 Uhr

Mai – Oktober:

Di-So und Feier-/ Ferientage in Sachsen-Anhalt 10-17 Uhr, Führungen um 10, 12, 14 und 16 Uhr

Montag Ruhetag


Wandertipp: Lutherweg in Mansfeld-Südharz

Der Lutherweg, der mit einem grünen L gekennzeichnet ist, führt von Rodishain bei Rottleberode bis nach Rollsdorf bei Eisleben in sechs Etappen durch die Region Mansfeld-Südharz.

Der Fernwanderweg gilt als Pilgerweg und führt durch Wald- und Naturschutzgebiete und kleine Ortschaften an vielen Spuren und Gedenkstätten von Martin Luther vorbei.

Das Gemeinschaftsprojekt von Kirchen, Tourismusverbänden und Kommunen richtet sich vor allem an Wanderer, die am Thema Luther und Reformation interessiert sind.

Wegweiser zur Lutherbuche auf dem Lutherweg im Südharz
Die Lutherbuche bei Stolberg erinnert an den Reformator.

Interaktive Erlebnisausstellung im Haus des Gastes (Neustadt/ Harz)

Falls Du eine Wanderung im Naturpark Südharz planst, verpasse auf keinen Fall einen kurzen Besuch in der interaktiven Erlebnisausstellung im Infozentrum Harztor, Ortsteil Neustadt.

Kleine und große Gäste können hier eine „Kurapotheke“ testen, ein Tier- und Pflanzenarten-Memory spielen oder Achtsamkeitsübungen praktizieren. Ebenso erfährst Du einiges über die Naturphänomene, die die Südharzer Gipskarstlandschaft auszeichnet.

Das moderne und naturnahe Haus des Gastes/ Infozentrum Naturpark Südharz befindet sich auf der Burgstraße 34a in 99768 Harztor-Neustadt.

 

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 10:00 – 15:00 Uhr

Samstag: geschlossen

Sonntag: 13:00 – 18:00 Uhr


Mountainbiken im Naturpark Südharz

Auf dem Tourenportal des Harzer Tourismusverband findest Du insgesamt sieben spezielle Routen durch den Naturpark Südharz, bei denen alle Mountainbike-Fans auf ihre Kosten kommen.

Auf Tagestouren kannst Du so die Waldwege des Harzes und den schroffen Karst als Untergrund miteinander verbinden.

Leider gibt es im Naturpark Südharz bis dato keinen Verleih von Mountainbikes, so dass Du unbedingt Dein eigenes Rad mitbringen solltest.

Hier findest Du die Links zu den vorgeschlagenen Mountainbike-Strecken:

Ab Marktplatz Ellrich: 

Ab Sülzhayn:

Ab Ilfeld:

Ab Neustadt:

Ausblick auf das schöne Örtchen Ilfeld von der Burschenklippe
Ausblick auf das schöne Örtchen Ilfeld von der Burschenklippe

LESETIPP

Wenn Du auch so gerne wandern gehst wie ich und mal eine ganz schön unterschätzte Region in NRW und Hessen kennen lernen möchtest, schau doch mal in diesen Beitrag rein.

Wandern im Sauerland – Die schönsten Rundwanderwege


Abenteuer-Erlebnisse und Romantik im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz grenzt unmittelbar an den Naturpark Südharz und befindet sich in Sachsen-Anhalt im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Zwischen der historischen Europastadt Stolberg im Westen und der Rosenstadt Sangershausen im Osten gelegen, beherbergt es eine der bedeutendsten Gipskarstlandschaften Europas.

In diesem Gebiet haben wir während unseres Kurztrips in den Südharz drei ebenso spannende wie unterschiedliche Orte besucht, die ich Euch unbedingt vorstellen möchte.

Erlebniszentrum Bergbau im Röhrigschacht Wettelrode

Der Landkreis Mansfeld-Südharz ist von der 800-jährigen Geschichte des Kupferschiefer-Bergbaus geprägt.  Aber nicht nur, wenn Du Dich für Geologie, Mineralien und den Bergbau interessierst, solltest Du unbedingt das Bergbaumuseum Röhrigschacht in Wettelrode besuchen.

Hier haben wir ein besonderes Abenteuer erlebt, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde: die Expedition „Altbergbau-Spezial“, bei der Du sogar eine einzigartige Kanufahrt unter Tage erlebst. Aber Achtung: Es wird schmutzig!

Nachdem wir mit Grubenhelmen und ultraschicken Wathosen ausgestattet sind, heißt es dann auch direkt „Glück auf“, und es geht mit der originalen Schachtförderanlage in 283 m Tiefe. Ein mulmiges und beklemmendes Gefühl macht sich zunächst in mir breit, aber mit jedem Schritt gewinne ich mehr Sicherheit und kann wieder tiefer durchatmen. 

Es gibt aber auch viel zu viel Spannendes auf unserem Weg durch die Abbaufelder des 19. Jahrhunderts zu entdecken. Die Gänge sind teilweise so schmal und niedrig, dass das Vorankommen nur in gebücktem Gang möglich ist – das hier ist definitiv nichts für Klaustrophobiker. Bei dieser Spezialführung ist unsere Kleingruppe weit entfernt von den gut ausgebauten Bergbaulehrpfäden mit Schauobjekten, die die Besucher bei einer klassischen Tour besuchen. Nur die Grubenlampen auf unseren Köpfen und Taschenlampen schaffen Licht im Stockdunkeln.

Farbenspiele im „Grünen Gewölbe“

Ich fühle mich wie in einer anderen Welt und bin geschockt, unter welch harten Bedingungen die Bergleute im 19. Jahrhundert hier schwer körperlich zu arbeiten hatten. Teilweise sind die Abbaue nur 40 cm niedrig. Unglaublich welchen enormen Belastungen die Bergmänner in dieser Zeit ausgesetzt waren.

Auf unserer Exkursion unter Tage erfahren wir von Thomas Wäsche, dem Leiter des ErlebnisZentrums Bergbau Röhrischacht, unglaublich viele Infos und Fakten zur besonderen Geologie, aber auch jede Menge witziger Anekdoten aus der Zeit des Kupferschieferbergbaus.

Ein absolutes Highlight sind für mich die üppig bunten Versinterungen im „Grünen Gewölbe“. Ich kann gar nicht fassen, was für Farbenspiele der Tropfsteinmassen mir hier an den Wänden entgegen leuchten. Ich fühle mich wie in einem Fantasy-Film. Die schillernde Farbpalette reicht von kräftigen Brauntönen über Weiß, Grün, Türkis, Blau und Schwarz, die alle ineinander zu fließen scheinen. Was für ein verborgener Schatz, den die Natur uns hier so tief unter der Erde offenbart!

Wir waten mit unseren Gummistiefeln knietief durch die nassesten Bereiche des Röhrigschachtes. Teilweise läuft das Sickerwasser von der Decke in Strömen herab. Es rauscht ohne Unterlass. Diese Tour ist echt nur was für Hartgesottene. Aber anscheinend gehöre ich mittlerweile dazu… 😉

Couchflucht im Grünen Gewölbe im Röhrigschacht Wettelrode
Posen hab ich voll drauf (nicht) im "Grünen Gewölbe"
Versinterung und Farbenpracht im Grünen Gewölbe bei der Expedition Altbergbau im Röhrigschacht Wettelrode
Geht meine Fantasie mit mir durch, oder schaut das aus wie eine Friedenstaube?
Farbenfrohe Versinterung und Oktopus-Muster im Grünen Gewölbe im Röhrigschacht
Sieht aus wie ein kleiner Oktopus, oder?

Abenteuerliche Kanufahrt unter Tage

Nur kurz danach wartet mit der Kanufahrt unter Tage direkt der nächste Höhepunkt. Wir paddeln in fast meditativer Stille durch einen Stollen – über unseren Köpfen prächtige Stalagtiten. Eine magische, fast unwirkliche Atmosphäre! Ziel unserer Bootsfahrt ist ein sogenannter „Rückenabbau“ in einer Gebirgsverwerfung. Und schon beginnt das nächste Abenteuer. Mit dick gepolsterten Knieschonern ausgestattet, dürfen die Mutigen unter uns nun durch einen maximal 60 Zentimeter hohen Strebgang auf allen Vieren kriechen. Und drei Mal darfst Du raten, wer sich tatsächlich in diesen extrem niedrigen Grubengang  auf den Spuren der Bergleute getraut hat?! 

Die Tour ist nicht nur abenteuerlich, kurzweilig und informativ, sondern wie Du sicherlich gemerkt hast, durchaus sportlich nicht zu unterschätzen. 

Nach fast 6 spannenden Stunden ohne Tageslicht kehren wir schließlich geschafft, aber glücklich mit der Schachtförderanlage wieder zurück nach oben. Ich bin sowas von stolz auf mich, dass ich diese abenteuerliche Expedition gemeistert habe und gönne mir zum Abschluss des Abenteuers einen klaren „Rattenquieker“-Schnaps auf ex. Warum der so heißt?

Das erklärt Dir ganz sicher Bergbau-Enthusiast Thomas Wäsche, wenn Du Dich selbst demnächst auf diese Abenteuer-Expedition begibst. Denn dieses Erlebnis solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen, wenn Du im Südharz unterwegs bist.

Ich jedenfalls bin extrem begeistert von der Exkursion und empfinde nun mehr als Ehrfurcht vor der harten Arbeit der Bergmänner!

Infos zu den Touren und Führungen im Röhrigschacht

Im Röhrigschacht werden außer der von uns gebuchten „Altbergbau Spezial“ Tour noch drei andere spannende Sonder-Expeditionen angeboten, die sicherlich mindestens ebenso faszinierend und aufregend sind.

  • Expedition Tour 1: Segen-Gottes-Schlotte (Marienglasschlotte) mit bernsteinfarbenen Kristallbändern (Dauer: ca. 7 Stunden, Preis: EUR 75,-)
  • Expedition Tour 2: Elisabethschächter-Schlotte (Alabasterschlotte) – die wohl schönste Gipskarsthöhle Deutschlands (Dauer: ca. 8 Stunden, Preis: EUR 90,-)
  • Expedition Tour 3: Altbergbau zum Grünen Gewölbe (Dauer: ca. 4-4,5 Stunden; Preis: EUR 50,-)
  • Expedition Tour 4: „Altbergbau Spezial“ mit „Grünem Gewölbe“ und Kanufahrt unter Tage (Dauer: ca. 5-6 Stunden, Preis: EUR 80,-)

Sollte Dir der Sinn aber nicht ganz nach solchen Abenteuern stehen, kannst Du natürlich auch an einer klassischen Bergwerksführung teilnehmen. Hier geht es mit der Grubenbahn 1000 Meter in ein Abbaufeld des 19. Jahrhunderts, wo anhand von Schauobjekten die Geschichte des Kupferbergbaus erläutert wird.

Eine solche reguläre Besuchertour dauert 75 Minuten und kostet EUR 14,- für Erwachsene und EUR 7,- für Kinder und Jugendliche von 5-16 Jahren.

Weitere Infos zu den Touren, Seilfahrtszeiten und zum Bergbaumuseum mit seinen Öffnungszeiten findest Du auf der Homepage vom Röhrigschacht.

Die vier Sonder-Expeditionen sind nur mit Terminvereinbarung möglich und setzen eine entsprechende physische und psychische Belastbarkeit der Gäste voraus. Mindestalter für die Teilnahme an den Expeditionen ist 16 Jahre.

Alte Kleidung und Handschuhe werden unbedingt empfohlen. Da die Temperatur unter Tage ganzjährig konstant 14 Grad Celsius beträgt, am besten eine etwas wärmere Regenjacke mitnehmen. Grubenhelme, Lampen, Wathosen, Schwimmwesten und Knieschoner werden, je nach Tour, gestellt.

Arbeit eines Bergmannes im Kupferschieferabbau im 19. Jahrhundert
Harte Bedingungen beim Kupferschieferabbau im 19. Jahrhundert - Den ganzen Tag halb auf der Seite auf dem Bauch liegend...

Europa-Rosarium Sangerhausen

Das absolute Kontrastprogramm zur Abenteuer-Expedition im Röhrigschacht wartet im nahegelegenen Sangerhausen auf uns: ein Besuch im Europa-Rosarium, der weltgrößten Rosensammlung!

Dieser 13 Hektar große wunderschön angelegte Park beherbergt mehr als 8.600 Rosensorten und -arten. Wahnsinn, was für eine Vielfalt hier in solch einer gepflegten Anlage präsentiert wird. Ein Ort, um mal so richtig die Seele baumeln zu lassen und alle Sinne zu beleben.

Neben der einmaligen Sammlung von Garten- und Wildrosen bietet das Europa-Rosarium auch noch etwa 300 verschiedene Baum- und Straucharten.

Der Park ist ganzjährig täglich geöffnet, von Mai bis Oktober eintrittspflichtig.

Die aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreise findest Du auf der Homepage des Europa-Rosarium Sangerhausen.

Eine der 8.600 Rosenarten im Europa Rosarium in Sangerhausen
Eine der 8.600 Rosenarten im Europa Rosarium
Gartenanlage im Europa Rosarium bei Sangerhausen
Der Park des Europa-Rosariums ist eine echte Augenweide!

Stolberg – Historische Altstadt und Auerberg mit Josephskreuz

Bevor wir schweren Herzens die Abreise aus dem Südharz antreten, legen wir noch einen Stopp in Stolberg ein. Dieses geschichtsträchtige Fachwerkstädtchen hat mein Herz direkt im Sturm erobert. Wenn Du – wie ich – auf bunte Fachwerkhäuschen stehst, wird es Dir ähnlich ergehen und Deine Kamera im Dauereinsatz sein.

Die kleine mittelalterliche, historische Europastadt liegt romantisch in vier enge Täler des Südharzes eingebettet und ist absolut sehenswert an der Deutschen Fachwerkstraße gelegen.

Über 380 Fachwerkhäuser aus vier Jahrhunderten reihen sich hier malerisch aneinander, so dass Du fast das Gefühl hast, durch eine romantische Filmkulisse zu laufen.

Hoch über der Stadt thront auf einem Bergvorsprung das Stolberger Schloss, dessen Museum Du selbstverständlich auch besichtigen kannst.

In der Nähe von Stolberg kannst Du zum Josephskreuz auf dem 580 m hohen Auerberg wandern. Das größte eiserne Doppelkreuz der Welt bietet einen herrlichen Blick auf das Kyffhäuser-Gebirge und den Brocken.

Straße mit Fachwerkhäusern in Stolberg im Südharz
380 (!) Fachwerkhäuser schmücken das historische Städtchen Stolberg.
Tür eines historischen Fachwerkhauses in Stolberg im Südharz
To all the Door Lovers out there....
Gasse mit Fachwerkhäusern und Kirche in Stolberg am Harz
(N)Ostalgie in den Gassen Stolbergs
Marktplatz in der Altstadt von Stolberg am Harz
Gibt's hier auch irgend ein Haus, das NICHT schön ist?

Kyffhäuser-Gebirge – Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands

Last, but not least, sollen auch ein paar Worte zum Kyffhäuser Gebirge nicht fehlen. Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands liegt südlich des Harzes, zum größten Teil im Thüringer Kyffhäuserkreis, am Nordrand jedoch ein Stückchen im Landkreis Mansfeld-Südharz, der zu Sachsen-Anhalt gehört.

Der Kyffhäuser wird mit seiner Größe von 70 km2 auch als „kleiner Bruder des Harzes“ bezeichnet. Sein Naturpark zählt zu den artenreichsten Nationalen Naturlandschaften in ganz Deutschland.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen im Kyffhäuser gehören:

  • Das Kyffhäuser-Denkmal mit Kaiser Wilhelm I. auf dem Pferd
  • Die sagenumwobene Barbarossahöhle mit ihren bizarren Steinstrukturen
  • Die Talsperre und der Stausee Kelbra, eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete Thüringens
  • Die Kur- und Salzstadt Bad Frankenhausen mit dem schiefsten Kirchturm der Welt und dem Panorama-Museum

LESETIPP

Falls Du mehr zum Kyffhäuser, seinen Attraktionen und Besonderheiten erfahren möchtest, empfehle ich Dir unbedingt in Torstens und Auricas Blogazin ExpeditionHeimat zu schauen. Sie waren kürzlich einige Tage in der Kyffhäuser Region unterwegs und geben in ihrem Artikel Geheimtipp Südharz-Kyffhäuser Tipps für Deinen Urlaub im unentdeckten Thüringen.


Fachwerkhaus in der Kurstadt Neustadt im Südharz
Eine Fachwerk-Perle im Kurstädtchen Neustadt

Mein Fazit zum Naturpark Südharz

Unsere fünf Tage im Naturpark Südharz sind wie im Fluge vergangen. Sie waren wahnsinnig kurzweilig, abwechslungsreich, abenteuerlich, idyllisch, aktiv und entspannend zugleich. 

Ganz sicher haben wir den Harz nicht zum letzten Mal besucht, gibt es doch noch so viele spannende Ecken zu erkunden. Gerade der touristisch zum Teil noch völlig unberührte Südharz hat uns unglaublich gut gefallen. Ein perfekter Ort der Entschleunigung, an dem wir an vielen Stellen das Gefühl hatten, in die „guten alten Zeiten“ zurückbefördert worden zu sein.

Den Südharz kann ich daher mit bestem Gewissen allen Naturliebhabern, Wanderurlaubern, Familien und Abenteurern empfehlen, die gerne abseits der ausgetretenen Pfade in ursprünglicher Natur unterwegs sind.

Warst Du schon einmal im Südharz? Oder in anderen Regionen des Harzes? Welche Orte haben hier Dein Herz erobert? Ich bin sehr gespannt auf Deine Meinung und Empfehlungen.

Liebe Grüße,

Deine Sabrina


*Transparenz
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