„Wie bitte…?“ – Meine Freundin schaut mich mit ungläubigem Blick an und fragt mich mit leicht vorwurfsvollem Unterton: „Deine größte Leidenschaft ist das Wandern, und du warst tatsächlich noch nie in Irland?“. Schande über mein Haupt, bisher habe ich es wirklich noch nie auf die grüne Insel geschafft. Da diese aber schon seit Ewigkeiten zu meinen Sehnsuchtszielen zählt, ist es nun an der Zeit, mir endlich mal diesen Wunsch zu erfüllen. Es geht also für knapp eine Woche zum Wandern nach Nordirland!

Was ich mir von diesem Trip erhoffe? Weite, sattgrüne Hügellandschaften, schroffe Klippen, unzählige, blökende Schafe, aber natürlich auch lauschige Pubs mit Livemusik, in denen das Kerzenwachs auf uralte Whisky-Flaschen tropft. Und natürlich auch den einen oder anderen Regenschauer, das gehört ja wohl dazu. Was ich in Nordirland gefunden habe? Alles das und doch noch so viel mehr! „Du wirst es lieben!“ – hatte mir meine Freundin versprochen. Wie sehr sie recht behalten hat und was ich so alles zwischen dem legendären Giant’s Causeway und den mystischen Mourne Mountains erlebt habe, davon erzähle ich dir in diesem Blogbeitrag.

Werbehinweis
Dieser Artikel enthält Werbung für meine Kooperationspartner Tourism Ireland und Tourism Northern Ireland, die mich zu dieser bezahlten Medienreise eingeladen haben. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.
Wandern an der Carrick-a-Rede Hängebrücke an der Causeway Coast
Spektakulärer geht's nicht: Die Carrick-a-Rede Hängebrücke an der Causeway Coast

Nordirland – Ein kleiner Überblick

Nordirland liegt zwar – wie der Name unschwer vermuten lässt – im Norden der Insel Irland, ist aber ein Landesteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. In der historischen Provinz Ulster musst du dich daher auf britisches Pfund statt Euro und Meilen statt Kilometern einstellen. Ist aber alles halb so wild, denn die atemberaubende Natur Nordirlands lässt dich solche bürokratischen Kleinigkeiten eh blitzschnell vergessen.

Außer der sehenswerten Hauptstadt Belfast sind es vor allem die schroffe Küstenlinie, die saftig-grünen Wiesen und Weiden, unzählige Seen und Flüsse, wilde Moore und sanfte Berge, die das Landschaftsbild prägen. Der höchste Berg ist mit 842 Metern der Slieve Donard in den Mourne Mountains, die nur eines der insgesamt acht „Areas of National Beauty“ (AONB = Gebiete von außerordentlicher natürlicher Schönheit) bilden. Dazu zählen unter anderem auch die Antrim Coast and Glens und die Causeway Coast, die ich während meiner Reise zum Wandern in Nordirland besucht habe. 

Kein Wunder, dass bei all der spektakulär und dramatisch anmutenden Landschaftskulisse etwa 70 Prozent aller Szenen der weltberühmten Serie „Game of Thrones“ in Nordirland gedreht wurden. Überall findest du Schauplätze der Serie, die dich sogleich ins fiktive Reich Westeros befördern. Fest steht: Wer die Natur, das Wandern und kleine Abenteuer zwischen dem wilden Atlantik und der Irischen See liebt, wird an Nordirland nicht vorbeikommen.

Sonnenuntergang an der Causeway Coast in Nordirland
Vom Riesen gebaut oder doch das Ergebnis von erkalteter Lava? Der Giant's Causeway!

Anreise nach Nordirland

Am einfachsten und schnellsten gelangst du natürlich mit dem Flugzeug in die irische Hauptstadt Dublin. Von nahezu jedem großen deutschen Flughafen gibt es regelmäßige Direktverbindungen hierhin. Mit dem Mietwagen benötigst du ab Dublin nur etwa 90 Minuten bis nach Belfast. Du musst nur bei der Mietwagenfirma angeben, dass du auch durch Nordirland fahren willst, was aber kein Hindernis darstellt. Auch die Grenzüberquerung verläuft völlig unproblematisch – ohne Kontrollen und fast unbemerkt.

Ab Frankfurt gibt es mit Lufthansa übrigens auch einen Direktflug nach Belfast, genauso wie ab Amsterdam mit KLM.

Du kannst natürlich auch mit Zug und anschließend der Fähre anreisen. Verschiedene Reedereien verbinden Nordirland unter anderem mit Schottland und England. Stena Line bietet beispielsweise Abfahrten von Liverpool nach Belfast an. Natürlich musst du etwas mehr Zeit und Geld einplanen, wenn du auf das Flugzeug verzichten möchtest.

 

<strong>ABENTEUER LINKSVERKEHR</strong>
Ich bin ehrlich – ich habe mir vor der Reise nach Nordirland in die Hosen gemacht, ob ich das mit dem Linksverkehr in (Nord)Irland wohl hinkriegen werde und mir vorab sämtliche Horrorszenarien ausgemalt. In der Realität war dann alles halb so wild. Klar musste ich mich anfangs ganz schön konzentrieren und mich erst einmal daran gewöhnen. Aber schon nach kurzer Zeit war ich „drin“ und habe die Herausforderung echt gut gemeistert. Außerdem sind die Iren unheimlich rücksichtsvolle und höfliche Autofahrer und sowieso in jeder Situation total hilfsbereit.

Also: Wenn ich als bekennender Schisser, der eigentlich sowieso und prinzipiell nicht gerne Auto fährt, das hinbekommt, schaffst du das garantiert auch!

Causeway Coast und Carrick a Rede Hängebrücke in Nordirland
Schon mein erster Stopp an der Causeway Coastal Route ist einfach irre mit Ausblick auf die Carrick-a-Rede Rope Bridge, Sheep Island, Rathlin Island und das schottische Kap Mull of Kintyre.

Die schönsten Wanderungen in Nordirland

Cavehill in Belfast – Hoch über den Dächern der Hauptstadt

DATEN UND FAKTEN

 

Streckenlänge: 5,4 km
Dauer: ca. 2 Stunden
Höhenmeter: 190 hm bergauf, 200 hm bergab
Schwierigkeit: leicht
Parken/ Startpunkt: Parkplatz am Belfast Castle

 

Ausblick beim Wandern am Cave Hill in Belfast, Nordirland
Oben auf dem Hügel angekommen, liegt dir Belfast und die Irish Sea zu Füßen.

Wie es sich für einen ordentlichen Nordirland-Trip gehört, starte ich direkt in Belfast mit einer Stadtwanderung der anderen Art. Auf eine ganz schön grüne nämlich – haargenau so, wie ich mir meinen Auftakt hier vorgestellt habe. Man könnte ja meinen, dass es direkt oberhalb der Hauptstadt sicherlich nicht besonders spektakulär oder idyllisch wäre, aber Fehlanzeige! 

Der Cave Hill Country Park ist weit mehr als ein schnöder Stadtpark, der zufällig in Panoramalage über Belfast liegt. Wunderschöne und gut markierte Wanderwege führen über Wälder und Wiesen und inmitten von Heideflächen bergauf in eine sattgrüne Hügellandschaft. Höhepunkt ist natürlich der Ausblick von den ziemlich steil aufragenden Klippen auf die Häuser von Belfast, die dir hier zu Füßen liegen. Vorsicht: Auf keinen Fall zu nah an den Abgrund gehen!

Übrigens bin ich heute zusammen mit der wunderbaren Eimear – Wanderguide bei „Away a ‚wee‘ walk“ – unterwegs. Am höchsten Punkt des Kliffs legen wir natürlich erstmal eine Rast ein und genießen den Blick auf die glitzernde Irische See und die Silhouetten der Mourne Mountains, die sich in der Ferne abzeichnen. Obwohl wir nur 370 Meter hoch sind, ist die Weitsicht sensationell.

Wandern am Cave Hill in Belfast, Nordirland
Na, kannst du "Napoleons Nose" am Cave Hill von Belfast entdecken?
Wegmarkierung am Wanderweg im Cave Hill Country Park Belfast
Die Wanderwege am Cave Hill in Belfast sind alle richtig gut markiert.
Wandern in Nordirland am Cave Hill in Belfast
Ein paar Höhenmeter sind fällig beim Aufstieg zum Cave Hill.
Ausblick beim Wandern am Cave Hill in Belfast, Nordirland
5 Höhlen liegen auf dem Weg durch den Cave Hill Country Park in Belfast.

Von „Napoleons Nose“ zum Belfast Castle

Beim Abstieg vom Basaltberg erhaschen wir traumhafte Ausblicke auf „Napoleons Nase“ am Rande von Belfast, die mit einem Hauch von Fantasie gut zu erkennen ist. Wir passieren auch eine der fünf Höhlen, die es hier gibt. Als ich Eimear frage, ob es sich lohnt, dort mal genauer vorbeizuschauen, winkt sie nur lachend ab – womöglich stören wir hier ein paar Teenies, die die Höhlen gerne als Treffpunkt für ihr erstes Date nutzen. 

Über schmale und hübsche Pfade gelangen wir bald wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour, dem Belfast Castle. Am viktorianischen Schloss schlendern wir noch ein wenig durch den gepflegten Garten und saugen einen letzten Blick über die Skyline Belfasts mit ihren Werften und Hafenanlagen auf.

Das war auf jeden Fall ein richtig schöner Einstieg in meine Nordirlandreise – jetzt kann ich es erst recht kaum noch erwarten, mehr von Nordirlands Landschaft zu erwandern. 

 

<strong>AWAY A 'WEE' WALK</strong>
Falls du auch Lust auf eine geführte Tour hast, kann ich dir die Wanderguides des kleinen Unternehmens Away a „Wee“ Walk unbedingt empfehlen. Die wunderbare Besitzerin Eimear und ihr Team bieten übrigens auch mehrtägige self-guided Wandertouren in Nordirland an.
Belfast Castle in Nordirland
Das viktorianische Schloss Belfast Castle
Wandern in Nordirland im Cave Hill Country Park in Belfast
Unten rechts siehst du eine der fünf Höhlen im Cave Hill Country Park.

LESETIPP

Kennst du schon die Region Connemara in Irlands wildem Westen? Hier war ich für vier Tage mit dem Rad auf dem Wild Atlantic Way unterwegs.

Was ich auf meiner Radreise alles zwischen rostfarbenen Moorlandschaften, glitzernden Seen, alten Trockensteinmauern, grünen Hügeln und Traumstränden, davon erzähle ich dir in diesem Blogbeitrag.

Connemara in Irlands wildem Westen – Vier Tage mit dem Rad auf dem Wild Atlantic Way


Sunset-Wanderung zum Giant’s Causeway – Die legendären Basaltsäulen

DATEN UND FAKTEN

 

Streckenlänge: 3,7 km
Dauer: ca. 1 – 1,5 Stunden
Höhenmeter: 60 hm bergauf, 50 hm bergab
Schwierigkeit: leicht
Parken/ Startpunkt: Parkplatz am Visitor Centre des Giant’s Causeway

 

Giant's Causeway in Nordirland
Die beiden haben sich den allerbesten Platz zum Sonnenuntergang gesichert.

Von Belfast aus bin ich in etwa 90 Autominuten an die Causeway Coast gedüst und pünktlich zum Sonnenuntergang am Visitor Centre des Giant’s Causeway angekommen. Bevor ich hier davon schwärme, wie unglaublich schön und magisch die Abendstimmung an diesem Naturschauspiel ist, ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte:

Der Legende nach wurde der Damm vom irischen Riesen Fionn McCumhaill gebaut, der damit seinen schottischen Widersacher Benanmdonner zum Duell herausgefordert hat. Aus den riesigen Felsen, die er aus den Klippen der Steilküste herausriss, erstellte er einen sicheren Steg nach Schottland.

Natürlich gibt es auch so einige schlaue Wissenschaftler, die behaupten, die Basaltsäulen wären stattdessen das Ergebnis eines Vulkanausbruchs und der erkalteten Lava. Du kannst dir sicherlich schon denken, welche Variante mir besser gefällt… 😉

Sonnenuntergang an der Causeway Coast in Nordirland
Insgesamt rund 40.000 gleichmäßig geformte Basaltsäulen findest du am Naturwunder Giant's Causeway.

Was für ein magischer Moment!

Mythos hin oder her, die UNESCO-Welterbestätte ist eine überwältigende Erscheinung. Und – da muss ich mich mal selbst loben – die Entscheidung, diese erst zum Sonnenuntergang bei einer kleinen Wanderung zu besuchen, war goldrichtig. Dann nämlich haben alle Touristenbusse längst den Schauplatz verlassen, und du kannst all die hexagonalen Steinformationen erst so richtig genießen.

Der Weg vom Visitor Centre ist super ausgebaut und total easy zu gehen. Die Felsenlandschaft entlang der Steilküste ist schon vor dem eigentlichen Naturmonument spektakulär. Mit etwas Fantasie lässt sich in den zerklüfteten Felsen des Küstenabschnitts sogar ein Kamel erkennen. 

Und dann stehe ich tatsächlich selbst an den rund 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, die vermutlich etwa 60 Millionen Jahre auf dem Buckel haben. Auch wenn ich zu später Stunde dennoch nicht alleine hier bin, ist die Stimmung einfach magisch. Ich setze mich auf die Spitze der „Shepherd’s Steps“ und bin verdammt dankbar, dass ich diesen Moment gerade wirklich erleben darf. Weil es so unfassbar schön ist, kann ich gar nicht aufhören, zu fotografieren.

Sonnenuntergang an der Causeway Coast in Nordirland
Total dankbar, dass ich den Giant's Causeway in der Abendstimmung erleben darf!

Übrigens: Vorsicht beim Herumkraxeln auf den Felsen, sie sind stellenweise ganz schön glatt und rutschig!

Zurück geht es über viele Stufen hinauf auf den schmaleren Pfad auf den Klippen, von denen du nochmal eine atemberaubende Aussicht von oben auf den Causeway und die Küste hast – zumindest dann, wenn es noch nicht zu dunkel ist, wie bei mir, weil ich mich gar nicht von den Felsen trennen konnte… 😉

Sonnenuntergang an der Causeway Coast in Nordirland
When the sun goes down - Magische Momente an der Causeway-Küste
Sonnenuntergang am Giant's Causeway in Nordirland
Magische Momente!

The Gobbins Cliff Path – Eine dramatische Küstenwanderung

DATEN UND FAKTEN

 

Streckenlänge: 3,0 km
Dauer: ca. 2 – 2,5 Stunden – nur im Rahmen einer geführten Tour möglich
Höhenmeter: 40 hm bergauf, 70 hm bergab
Schwierigkeit: leicht
Parken/ Startpunkt: Parkplatz am Visitor Centre des Gobbins Cliff Path

 

Wandern auf dem Gobbins Cliff Path in Nordirland
Gut gesichert geht es in Begleitung eines Guides auf den Gobbins Cliff Path.

Während meines Mini-Roadtrips entlang der nordirischen Panoramastraße Causeway Coastal Route dachte ich, dass es doch nett sein könnte, sich zwischendurch ein wenig die Beine zu vertreten. Und als ich dann auf der Karte den Gobbins Cliff Path auf der Halbinsel Islandmagee entdeckte, fand ich dass dieser einfach perfekt zu meinem Plan einer kleinen Küstenwanderung passt. Nicht im entferntesten hätte ich damit gerechnet, was für eine spektakuläre Tour mich da erwartet.

Als ich am Parkplatz des Besucherzentrums ankomme und überall die Prospekte mit der fetten Aufschrift „ A Dramatic Coastal Walk“  erblicke, wird mir allerdings klar, dass ich wohl umdenken muss. Ich werde sogleich zur Sicherheitsunterweisung gebeten, muss meinen Rucksack verstauen und bekomme einen passenden Helm in die Hände gedrückt. Ui, was wird das denn jetzt?

Etwa 2,5 Stunden dauert die geführte Tour. Mir war gar nicht bewusst, dass man den Gobbins Cliff Path nur in diesem Rahmen besuchen darf und ich nicht einfach so mir nichts, dir nichts, drauflos spazieren kann.

Wandern auf dem Gobbins Cliff Path in Nordirland
Kein Wunder, dass der Gobbins Cliff Path überall als "dramatisch" angepriesen wird!

Los geht’s ins Klippenabenteuer

Mit einem Shuttle-Bus wird unsere 15-Personen-Gruppe zum Startpunkt des Trails chauffiert, von wo es erstmal steil nach unten Richtung Küste geht. Kaum dort angekommen, erspähe ich doch glatt eine Robbe, die neugierig ihren Kopf aus dem Wasser streckt. Das fängt ja gut an – aber leider bin ich nicht schnell genug für ein Beweisfoto. Als wir unten am offiziellen Eingang des Gobbins Cliff Path ankommen, heißt es erstmal Helme aufsetzen, und los geht’s ins Klippenabenteuer.

Durch einen engen Felsspalt erreichen wir den schmalen und super gesicherten Pfad entlang der Basaltklippen, der entlang der gesamten Strecke Panoramablicke auf die Küste freigibt. Über spannende Brückenkonstruktionen, Stege und Felstreppen geht es immer an den Felsen entlang, während die Wellen der Irischen See unter und neben uns dagegen krachen. Einer der besten Aussichtspunkte ist „The Gallery“, der an der Steilküste, fast senkrecht zum Meer liegt und einen fantastischen Blick aus der Vogelperspektive auf die tosenden Wellen darunter bietet. 

Wandern auf dem Gobbins Cliff Path in Nordirland
Was für eine Ingenieurleistung die Konstruktion des Klippenpfades beansprucht haben muss!
Gobbins Cliff Path in Nordirland
Auf dem Gobbins Cliff Path steigst du auch in eine Höhle hinab.
Gobbins Cliff Path in Nordirland
Aufwendige Brückenkonstruktionen
Wandern auf dem Gobbins Cliff Path in Nordirland
Jetzt bloß nicht den Kopf stoßen... ;-)

Von der Höhle zur Hängebrücke

Nachdem wir kleine Meerwasserpools passieren, steigen wir durch einen Unterwasser-Tunnel in eine Höhle hinab und kommen auf der anderen Seite an einer Hängebrücke wieder hinaus. Wahnsinn, wie der ganze Weg hier konstruiert wurde! Zu gerne hätte ich das Glück gehabt, Papageientaucher aus nächster Nähe zu sehen, aber leider ist die hier brütende Kolonie schon weitergezogen, und wir sind außerhalb der Saison unterwegs. 

Die Tour, die auf dem gleichen Weg zurück verläuft, ist trotzdem auf jeden Fall den Besuch wert, schon alleine wegen all der spektakulären schwebenden Stege, die sich an die Felswände schmiegen und durch die vom Meer geformte Spalten führen. Und auch die Tourguides sind extrem motiviert, erzählen spannende Stories und Hintergrundinfos und machen ihren Job verdammt gut.

Die geführte Wanderung auf dem Gobbins Cliff Path sollte unbedingt im voraus unter Thegobbinscliffpath.com gebucht werden. Die Timeslots sind heiß begehrt, so dass du besser nicht allzu lange warten solltest. Tickets kosten GBP 20,- für Erwachsene.

Wandern auf dem Gobbins Cliff Path in Nordirland
Immer eng an die Basaltfelsen angeschmiegt folgst du der abenteuerlichen Wegführung auf dem Gobbins Cliff Path.
Wandern in Nordirland auf dem Gobbins Cliff Path

Giant’s Causeway Cliff Path – Spektakuläre Klippenwanderung zum Naturwunder

DATEN UND FAKTEN

 

Streckenlänge: 19,4 km
Dauer: ca. 5-6 Stunden
Höhenmeter: 190 hm bergauf, 200 hm bergab
Schwierigkeit: mittel bis schwierig
Parken/ Startpunkt: Parkplatz an der Carrick-a-Rede rope bridge

 

Schaf in Nordirland an der Causeway Coast
Auch dieses Schaf hätte bitte gerne etwas Fame ;-)

Puh, ich denke, ich muss mich erstmal ein wenig sammeln, bevor ich beginne, diese Wanderung irgendwie in Worte zu fassen. Ok, tief einatmen… und auuuuusatmen… 

Diese Küstenwanderung ist ohne Übertreibung die allerschönste, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe! Die Causeway Coast von Nordirland ist nämlich nicht nur wegen des Naturwunders und der UNESCO-Welterbestätte Giant’s Causeway eine Reise wert. Gut 20 Kilometer bin ich ihr heute auf meiner Tour gefolgt und kann nun mit fug und recht behaupten, dass nicht ein einziger Meter davon langweilig war. Im Gegenteil: Selten habe ich so eine abwechslungsreiche, dramatische und spektakuläre Küstenlandschaft erlebt wie hier an der Causeway Coast.

Ich starte am Carrick-a-Rede Parkplatz, von dem die gleichnamige Hängebrücke in nur etwa 20 Gehminuten zu erreichen ist. Schon auf dem Weg dorthin kann ich meine Begeisterung kaum noch im Zaum halten, begrüße freudig die ersten Schafe und bestaune das schottische Kap Mull of Kintyre, das von hier aus nur einen Katzensprung entfernt zu liegen scheint. Und auch die gegenüberliegenden Inseln Sheep Island und Rathlin Island zeigen sich heute in ihrer vollen Pracht. Die windige und wacklige Hängebrücke selbst, über die früher Lachsfischer zu ihren Booten gelangten, verbindet das Festland mit einer kleinen, unbewohnten Insel. Da sie vom National Trust instand gehalten wird, ist ein Eintrittspreis in Höhe von GBP 13,50 (am besten vorab online beim National Trust buchen) zu entrichten. Dieser lohnt sich aber nicht nur wegen des tollen Fotomotivs unbedingt. Das Panorama auf die Klippen ist atemberaubend.

Carrick-a-Rede Hängebrücke an der Causeway Coast in Nordirland
Eine ganz schön wackelige Angelegenheit – Die Carrick-a-Rede Hängebrücke!
Strand von White Park Bay an der Causeway Coast in Nordirland
Der feine Sandstrand der White Park Bay von oben
Hängebrücke von Carrick-a-Rede an der Causeway Coast in Nordirland
Die Hängebrücke von Carrick-a-Rede verbindet die gleichnamige Insel mit dem Festland.
Causeway Coast und Mull of Kintyre
Blick auf das schottische Kap Mull of Kintyre im Hintergrund

Von Ballintoy Harbour zur White Park Bay

Zurück geht’s zunächst auf dem gleichen Weg zum Parkplatz und von hier aus immer der Küstenlinie entlang in Richtung Giant’s Causeway. Am malerischen Hafen von Ballintoy gibt es gleich zwei idyllische Sandbuchten, mehrere schroffe Felsnadeln und ein kleines Café. Hier wurden übrigens – wie an so vielen Orten in Nordirland – auch Szenen der Erfolgsserie Game of Thrones gedreht. Ich habe allerdings eher Augen für die Masse an Schafen, die hier direkt am Meer weiden. Mein Guide Gavin von „Away a wee Walk“ verdreht schon ein wenig die Augen und fragt sich sichtlich beunruhigt, ob ich denn wirklich JEDES Schaf fotografieren möchte. 😉 Und ja, das würde ich am allerliebsten, aber es gibt ja noch so viel mehr zu sehen, und wir haben schließlich noch eine ganz schöne Strecke vor uns. 

Kurz nach dem markanten Elephant Rock, der seinen Namen natürlich nicht umsonst trägt, erreichen wir den scheinbar endlos langen Strand der White Park Bay. Ganz ehrlich, solche traumhaften und unberührt leeren Strände hätte ich nun wirklich nicht in Nordirland erwartet. Wir wandern bestimmt eine Stunde entlang des puderzuckerfeinen Sandstrandes, bevor es dann so richtig felsig und kraxelig wird und jeder Schritt gut überlegt sein will.

Strandbucht in Ballyharbour an der Causeway Coast in Nordirland
Solche Traumstrände wie diese Bucht in Ballyharbour hätte ich in Nordirland echt nicht erwartet.
Ballintoy Harbour in Nordirland an der Causeeway Coast
Ballintoy Harbour - Auch ein Game of Thrones- Drehort
Schafe beim wandern an der Causeway Coast in Nordirland
Ob ich wohl viele Schaffotos gemacht habe...? ;-)
Wandern in Nordirland an der White Park Bay an der Causeway Coast
An der drei Meilen langen White Park Bay

Auf dem Weg zum Dunseverick Castle

Achtung: An dieser Stelle unbedingt die Gezeiten beachten – nicht zu jeder Tageszeit kommt man so problemlos und ohne nasse Füße über die Felsen zum charmanten und verschlafenen Portbradden Harbour.

Auch der folgende Abschnitt ist noch etwas anspruchsvoller und nur mit ein wenig Trittsicherheit und gutem Schuhwerk empfohlen.

Bald erreichen wir die Ruinen von Dunseverick Castle, und das mit den trockenen Füßen hätte ich mal besser nicht zu laut gesagt. Es fängt nämlich in Strömen an zu regnen, so dass wir ab hier erstmal Regenjacke und Regenhülle für den Rucksack herauskramen. Leider bleibt der kräftige Regen unser Begleiter, während wir weiter entlang der sattgrünen Klippen wandern. Wir sind jetzt offiziell an dem unter Naturschutz stehenden Abschnitt der Causeway Coast angekommen und genießen einen spektakulären Ausblick nach dem anderen. Die Schönheit der schroffen Küstenlandschaft mit all ihren Klippen und Buchten lässt sich einfach nicht in angemessene Worte fassen und ist schier atemberaubend. 

Dunseverick Castle beim Wandern an der Causeway Coast in Nordirland
Die Ruinen von Dunseverick Castle

Von Hamilton’s Seat zum Giant’s Causeway

Hamilton’s Seat ist nur einer der unvergesslichen Aussichtspunkte, an denen Millionen von Jahren geologischer Geschichte mit den unterschiedlichen Gesteinsschichten sichtbar werden. Stück für Stück nähern wir uns nun dem Giant’s Causeway von oben, werfen Blicke in das beeindruckende „Amphitheater“ mit seinen dramatischen Basaltfelsformationen, die teilweise an Kirchenorgelpfeifen erinnern. Hier hat die Natur wirklich alle Register gezogen! Da es mittlerweile echt wie aus Eimern schüttet und wir bis auf die Unterhosen durchnässt sind, gehen wir allerdings nicht mehr nach unten zu den Basaltsäulen. Zum Glück habe ich sie am Vortag schon im allerschönsten Licht zum Sonnenuntergang erlebt.

Am Visitor Centre angekommen, schauen wir uns noch kurz die Ausstellung an und wärmen uns bei Kaffee und Kuchen ein wenig auf, bevor es dann mit dem Bus 402 (regelmäßige Verbindungen innerhalb der Saison mit Translink) wieder zurück zum Carrick-a-Rede Parkplatz geht. 

Was für eine großartige und unvergessliche Wanderung! (Und wenn man zu so einem Urteil kommt, obwohl es nach der Tour keine einzige trockene Stelle am Körper gibt, muss da wohl was dran sein…)

 

<strong>Mein Tipp</strong>
Diese und kürzere, spektakuläre Küstenwanderungen an der Causeway Coast, könnt ihr auch als geführte Tour bei Away a „wee“ walk buchen. Die Guides sind wirklich toll und unbedingt zu empfehlen.
Hamilton's Seat beim Wandern an der Causeway Coast in Nordirland
Am Aussichtspunkt Hamilton's Seat hast du normalerweise einen unglaublichen Weitblick.
Giant's Causeway in Nordirland
Das UNESCO-Welterbe Giant's Causeway aus der Vogelperspektive
Nordirland wandern an der Causeway Coast
Einsame Idylle an der Causeway Coast
Felsformation Camel an der Causeway Coast in Nordirland
Kannst du die Felsformation "Camel" entdecken?
Wandern in Nordirland an der Causeway Coast
Oben links: Elephant Rock, oben rechts: Der Sandstrand von White Park Bay

Auf dem Brandy Pad durch die wilden Mourne Mountains – Von Schafen und dem großen Highland-Feeling

DATEN UND FAKTEN

 

Streckenlänge: 10,8 km
Dauer: ca. 3,5 – 4,5 Stunden
Höhenmeter: 400 hm bergauf, 560 hm bergab
Schwierigkeit: mittel
Parken/ Startpunkt: Wanderparkplatz an der Trassey Road, Newcastle

 

Wandern in den Mourne Mountains in Nordirland
Regen- und Windjacke niemals vergessen, wenn du in den Mourne Mountains auf Tour gehst!

Von meiner Unterkunft in Downpatrick sind es etwa 40 Autominuten bis zu den Gipfeln der Mourne Mountains in der Grafschaft Down. Nicht umsonst zählt der Gebirgszug zu einer der insgesamt 8 Areas of National Beauty in Nordirland und somit ganz klar zu einer der schönsten Flecken hier. Obwohl die Mourne Mountains die höchsten Erhebungen im Land sind, sind es nicht die Höhenmeter, die sie so besonders machen. Vielmehr ist es die mystische Atmosphäre, die wie aus einer anderen Welt anmutet und mich sogleich in ihren Bann gezogen hat.

Ich starte – gemeinsam mit Bergführer Peter Rafferty von Walk the Mournes –, der die Berge hier so gut wie seine eigene Westentasche kennt – am Wanderparkplatz an der Trassey Road. An einem Bach entlang tauchen wir bald in das Hochland ein und treffen die ersten von unzähligen Schafen, die uns ein wenig verdutzt ansehen, als wollten sie uns fragen, was wir denn bei diesem Wetter hier wollen. In der Tat regnet es ordentlich, und ich mache mir ein wenig Sorgen, ob wir überhaupt etwas von der Bergwelt der Mourne Mountains sehen werden. Je weiter wir aber ganz allmählich bergauf steigen, desto mehr verzieht sich der Nebel und gibt immer wieder neue Ausschnitte der Landschaft frei.

Schaf beim Wandern in den Mourne Mountains in Nordirland
Kein Wunder, dass der nordirische Schriftsteller hier zu seinem Roman der Chroniken von Narnia inspiriert wurde!
Wandern in den Mourne Mountains in Nordirland
Faszinierend schroffe Berglandschaft
Fluss in den Mourne Mountains in Nordirland
Mystisch schön - Fluss in den Mourne Mountains auf dem Weg zum Bergpass Hare's Gap
Wandern in den Mourne Mountains in Nordirland
Der Wanderweg Brandy Pad ist total abwechslungsreich und hat eine richtig spannende Wegführung.

Auf dem Brandy Pad zum Bergpass „Hare’s Gap“

Und die ist wirklich gewaltig! Diese weite und schroffe Landschaft, zusammen mit dem rötlich verfärbten Heidekraut, übt einfach einen unvergleichlichen Reiz auf mich aus. Der früher von Schmugglern genutzte Brandy Pad ist ein schmaler, von Felsen durchsetzter Pfad, der manchmal gar nicht so leicht zu erkennen ist und beschert uns bald einen tollen Blick auf den Stausee Ben Crom Reservoir. Oben am dramatischen Bergpass „Hare’s Gap“ angekommen, treffen wir auf die riesige Granitsteinmauer „Mourne Wall“, die insgesamt 22 Meilen lang ist und in 18 Jahren Bauzeit errichtet wurde. Sie diente dazu, das Gebiet mit den Stauseen zur Trinkwasserversorgung abzugrenzen und Weidevieh daran zu hindern, das kostbare Wasser zu verschmutzen.

Wandern an der Mourne Wall in den Mourne Mountains
Die berühmte 22 Meilen lange Mourne Wall, die in 18 Jahren Bauzeit errichtet wurde

Bergab nach Newcastle

Wir klettern hinüber und steigen auf der anderen Seite, an den Hängen des höchsten Berges Slieve Donard entlang, wieder bergab in Richtung Newcastle. Die Wegführung ist total schön, und bald werden wir vom neben uns plätschernden Glen River begleitet. Kaum haben wir ein altes Lagerhaus für Eis hinter uns gelassen, eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf Newcastle und die Irische See. Durch einen wundervollen Waldabschnitt wandern wir an Wasserfällen und gewaltigen Baumriesen vorbei ins Tal und tauchen schließlich wieder in der Zivilisation in Newcastle auf. Die Tour endet standesgemäß am O’Hares Pub, wo wir uns noch einen Drink genehmigen und uns dann wieder mit einem Taxi zurück zum Wanderparkplatz an der Trassey Road kutschieren lassen.

WALK THE MOURNES
Wenn du auch Lust auf eine geführte Tour durch die Mourne Mountains hast, ist Wanderguide Peter Rafferty von Walk the Mournes der perfekte Mann. Er kennt die Mournes wie seine Westentasche, erzählt dir viele spannende Fakten und Anekdoten und führt dich auch durch das schwierigste Gelände.
Wasserfall in den Mourne Mountains bei Newcastle in Nordirland
Solch ein traumhaftes Waldstück mit Wasserfällen am Glen River erwartet dich gegen Ende der Wanderung durch die Mourne Mountains.
Couchflucht beim Wandern in den Mourne Mountains in Nordirland
Vom Regen durchtränkt und trotzdem extrem happy in dieser Landschaftskulisse
Alter Baumriese in den Mourne Mountains in Nordirland
Was für ein wunderschöner und mächtiger Baum beim Abstieg nach Newcastle.
Wandern in den Mourne Mountains in Nordirland
Kurz hinter Newcastle beginnt das offiziell geschützte Gebiet in den Mourne Mountains.
Wandern in Nordirland in den Mourne Mountains
Selbst bei Regen ein ungeheures Farbenspiel in den Mourne Mountains!

LESETIPP

Vor kurzem war ich für ein paar Tage auf Lolland und Falster unterwegs und habe die schönsten Orte und Aktivitäten in der dänischen Südsee aufgespürt.

Hier sind meine Tipps für die schönsten Naturerlebnisse auf Lolland und Falster in Dänemark.

Lolland & Falster – Die 12 schönsten Orte und Aktivitäten in der dänischen Südsee


Noch mehr Tipps für Sehenswürdigkeiten und Touren in Nordirland

Erlebe die Game of Thrones Studio Tour in Banbridge

Und schon wieder muss ich etwas beichten. Ich gehöre zur seltenen Spezies derjenigen Menschen, die noch nie eine einzige Folge der legendären Serie „Game of Thrones“ gesehen haben! Da aber der allergrößte Teil der Szenen eben dieser Serie in der dramatischen Landschaft Nordirlands gedreht wurde, kommt hier eigentlich keiner daran vorbei. Und das ist auch gut so, sonst hätte ich hier ganz schön was verpasst.

Völlig ahnungslos betrete ich also das Gelände der Game of Thrones Studio Tour in den Linen Mill Studios bei Banbridge, das etwa 32 Kilometer von Belfast entfernt liegt und schnell von hier aus erreicht ist (übrigens ein super Zwischenstopp direkt auf dem Weg, wenn du am Flughafen Dublin ankommst und weiter mit dem Auto nach Belfast fährst). Und es geht wirklich überraschend schnell – die Welt der sieben Königreiche von Westeros zieht auch mich als Nicht-Kennerin in den Bann und ich tauche völlig in dieses für mich ganz neue Universum ein.

Original-Kulisse der Winterfell Great Hall in Nordirland
Original-Kulisse der Winterfell Great Hall

Warum sich der Besuch der Studio Tour unbedingt lohnt

Was hier geboten wird, ist einfach irre! Du siehst nicht nur Original-Kulissen, Requisiten und Drehorte von Game of Thrones, sondern erfährst so viel über die Entstehung der Serie, das aufwändige Kostümdesign und die Modellplanung der Schauplätze. Atmosphärische Musik, Licht- und Soundeffekte begleiten dich durch die Tour, und es gibt jede Menge interaktive Spielereien, bei denen ich natürlich sofort am Start war. Dank Motion Capture und Green Screen-Technologie verwande ich mich in einen White Walker, posiere auf dem legendären Eisernen Thron, lasse mein Gesicht in der Hall of Faces verewigen, und und und.

Auch wenn der Eintrittspreis (zwischen GBP 29,63 und GBP 39,50 – je nach Wochentag und Besuchszeit) nicht von schlechten Eltern ist, lohnt sich der Besuch der Game of Thrones Studio Tour unbedingt und macht eine Menge Spaß – selbst wenn man wie ich eigentlich gar kein Fan der Serie ist. Plane mindestens zwei bis drei Stunden für den Aufenthalt ein. Es gibt sogar All-Inclusive-Pakete inkl. Bustransfer ab/ bis Dublin oder Belfast, falls du nicht selbst mit dem Auto anreisen möchtest.

Game of Thrones Studio Tour in Nordirland
Original-Set der Game of Thrones Serie
Game of Thrones Studio Tour in Banbridge Nordirland
Ein erlebnisreicher und absolut lohnender Besuch der Game of Thrones Studio Tour - Der Eiserne Thron steht mir, oder...? ;-)

Besuche das Titanic Museum in Belfast

Ich bin ja eigentlich ganz und gar nicht der Typ für Museen, aber genau wie die Game of Thrones Studio Tour hat mich auch das Titanic Museum in Belfast total begeistert. Auch wenn mich die Geschichte vom Untergang des Kreuzfahrtschiffes schon immer berührt hat, hätte ich irgendwie nicht erwartet, dass es ein Museum schafft, mich so zu fesseln und faszinieren. Nicht umsonst hat sich das Titanic Museum in den letzten Jahren als Nummer 1-Attraktion in Belfast entpuppt und wurde bereits als eines der besten Museen in Europa ausgezeichnet.

Schon alleine optisch und architektonisch ist das Gebäude am Standort der ehemaligen Werft der Titanic eine Wucht. Auf dem Außengelände findest du das Original-Dock, auf dem das Schiff errichtet wurde. Ich war mit einem Audio Guide in der detailreichen und unheimlich toll gemachten Ausstellung unterwegs. Du erfährst dort nicht nur alles über die Geschichte des Schiffes von der Planung über den Bau und Stapellauf bis hin zum Untergang und zur Bergung des Wracks, sondern auch über die Historie von Belfast als Industriestandort mit den harten Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit. Überall gibt es interaktive Stationen, du kannst Nachbildungen der Kabinen von der ersten bis zur dritten Klasse sehen und sogar mit einer Art Gondelbahn durch die nachgebauten Docks der früheren Werft fahren.

Titanic Museum in Belfast
Auch architektonisch ein Schmuckstück - Das Titanic Museum in Belfast

Eine ergreifende Ausstellung

Vor allem der Bereich, der den Untergang der Titanic thematisiert, ist unglaublich emotional und ergreifend präsentiert. Ich konnte mit jedem Schritt durch das Museum spüren, wie die Besucher um mich herum immer stiller wurden und ausnahmslos jeder vom Schicksal der Passagiere betroffen war. 

„Schlussakt“ ist schließlich eine ziemlich beeindruckende Vorführung, wie das Wrack der Titanic im Jahre 1985 gefunden wurde. 

Lass dich nicht vom recht hohen Eintrittspreis von GBP 24,95 abschrecken. Dieser ist absolut berechtigt, denn du kannst hier mindestens einen halben Tag verbringen und wirst die sowohl informative als auch unterhaltsame Erlebnisreise ganz sicher nicht bereuen. Buche dein Ticket am besten schon vorab online unter Titanicbelfast.com.

Titanic Museum in Belfast
Spektakulär in Szene gesetzt - Das Titanic Museum in Belfast
Titanic Museum Belfast
Ein ergreifende Ausstellung im Titanic Museum in Belfast

Erkunde die spannende Stadt Belfast

Auch wenn Nordirland praktisch an jeder Ecke spektakuläre Landschaften bereit hält, solltest du es nicht verpassen, die Hauptstadt Belfast an mindestens einem Tag zu entdecken. Sie versprüht einen ganz besonders herben Charme, und ich habe mich hier als Ruhrpottpflanze total wohl gefühlt. Die Wanderung im Belfast Cavehill Country Park sowie das Titanic Museum habe ich dir ja bereits vorgestellt. Aber auch das Stadtviertel Titanic Quarter rund um das Museum ist eine Erkundungstour wert. Das riesige Hafengelände ist Nordirlands größtes Stadterneuerungsprojekt und zollt der maritimen und industriellen Vergangenheit Belfasts Tribut.

Überhaupt hat Belfast eine spannende und bewegte Geschichte, an die nicht nur die lebhafte Streetart-Szene erinnert. Schlendere unbedingt mal durch das bunte Kultur- und Ausgehviertel Cathedral Quarter, spaziere durch den großen Botanischen Garten und schau dir bei der Gelegenheit auch gleich die wunderschöne Queen’s University aus der Tudor Zeit an.

Queens University in Belfast, Nordirland bei Nacht
Die wunderschöne Queen's University bei Nacht
Belfast Stadt in Nordirland
Herber Charme und bunte Farben in Belfast, der Hauptstadt von Nordirland

Fahre entlang der Panorama-Routen Causeway Coastal Route und Mourne Coastal Route

Die Mourne Coastal Route und besonders die Causeway Coastal Route sind unbestreitbar zwei der allerschönsten Küstenstraßen der Welt. Alleine entlang dieser Panoramarouten könntest du schon mehrere Tage verbringen, wenn du jedes der kleinen Hafenstädtchen und alle Sehenswürdigkeiten erkunden willst.

Da ich für meine Fahrt von Ballintoy nach Belfast auf der Causeway Coastal Route und anschließend von Belfast über Strangford bis nach Downpatrick auf der Mourne Coastal Route jedoch nur einen Tag zur Verfügung hatte, beschränke ich mich schweren Herzens auf nur einige Highlights und Stopps entlang der Traumstrecken.

Besonders gut gefallen haben mir die unzähligen Rastmöglichkeiten, Picknickplätze, Aussichtspunkte und Haltebuchten auf der Causeway Coastal Route. So konnte ich ganz entspannt fahren, immer wieder Pausen einlegen und einfach mal relaxt den Blick auf das glitzernde Meer und die spektakuläre Landschaft der Steilküste genießen. Es war ein irres Gefühl, abwechselnd oberhalb des Meeres und dann wieder direkt am Wasser entlang zu fahren. Traumhafte Ausblicke überall inklusive!

Die Causeway Coastal Route führt über insgesamt etwa 120 Meilen (ca. 190 km) von Derry/ Londonderry nach Belfast. Diese Stopps habe ich hier eingelegt:

Nordirland wandern an der Causeway Coast
Die Causeway Coastal Route führt über insgesamt etwa 120 Meilen von Derry/ Londonderry nach Belfast.

1. Abstecher zur Torr Head Scenic Route zwischen Cushendun und Ballycastle

Über diesen hügeligen Küstenabschnitt der Antrim Countys windet sich eine der wohl schönsten Nebenstrecken Irlands. Die Fahrt auf der schmalen Straße Torr Head Scenic Route war stellenweise allerdings ganz schön abenteuerlich für mich, und ich habe mehrmals gebetet, dass mir jetzt bitte bloß kein anderes Auto entgegen kommt. Letztlich hat aber alles super und problemlos geklappt, und ich konnte hinter jeder Biegung und Haarnadelkurve eine neue Landschaftsidylle bewundern. Besonders hübsch war der Aussichtspunkt von Torr Head am Ende der Straße. Zwischen blökenden Schafen bin ich hinauf gewandert und habe einen atemberaubenden Ausblick auf die schroffe Küste und hinüber nach Schottland bestaunen können.

Torr Head Aussichtspunkt in Nordirland
Irisches Stillleben am Torr Head
Schaf am Torr Head Aussichtspunkt in Nordirland
Die schmale und kurvige Torr Head Scenic Route führt zum gleichnamigen Aussichtspunkt.
Grüne Causeway Küste in Nordirland
Grün - grüner - Irland!

2. Abstecher zum Glenariff Forest Park mit Wasserfällen

In der Nähe der Antrim Coast liegt der Glenariff Forest Park, der unbedingt einen Abstecher wert ist. Auf einer Fläche von mehr als 1.000 Hektar kannst du hier mystische Wälder, idyllische Seen, wilde Bäche und sogar Wasserfälle besuchen und findest jede Menge tolle Wandermöglichkeiten. Ich habe mir nur kurz vom Parkplatz bei Laragh Lodge aus die Wasserfälle angeschaut und wäre am liebsten gleich zu einer längeren Wanderung aufgebrochen. Die von Moos, Flechten und Farn bewachsenen Waldpfade sahen jedenfalls sehr einladend aus.

Wasserfall im Glenariff Forest Park in Nordirland
Wasserfall im Glenariff Forest Park

3. Glenarm Castle

Eigentlich hatte ich gehofft, die Burg selbst besichtigen zu können, aber da sie im Privatbesitz ist und von der Familie des Earl of Antrims bewohnt wird, geht das nur im Rahmen von speziellen Führungen. Dafür gibt es hier aber richtig hübsche Cafés und einen tollen eingefriedeten Garten, den Glenarm Walled Garten, den ich unheimlich gerne noch besucht hätte, wenn mehr Zeit da gewesen wäre.

Schloss Glenarm Castle in Nordirland
Das Schloss Glenarm Castle ist in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

4. Geführte Wanderung auf dem Gobbins Cliff Path

Diese habe ich ja weiter oben bereits beschrieben und kann ich wirklich nur wärmstens weiterempfehlen.

5. Carrickfergus Castle

Die normannische Burg Carrickfergus Castle zählt zu der spektakulärsten Burgen der Grünen Insel und ist ganz sicher auch eine Besichtigung wert. Aus Zeitgründen hat es bei mir allerdings nur für einen schnellen Schnappschuss von außen gereicht. 

Carrickfergus Castle in Nordirland
Die normannische Burg Carrickfergus Castle
Causeway Coastal Route in Nordirland
Eine der wohl allerschönsten Küstenstraßen der Welt - Die Causeway Coastal Route

Ab Belfast bin ich auf die Panoramastraße Mourne Coastal Route gewechselt, die von dort über North Down, die Arts Halbinsel, die Küstenlinie des County Downs über die Mourne Mountains bis zur Stadt Newry führt. Leider hatte ich auf dem Weg bis nach Downpatrick nicht mehr so viel Zeit, wie die Mourne Coastal Route es sicherlich verdient hätte und habe nur noch wenige Stopps eingelegt. Die Wanderung auf dem Gobbins Cliff Path hatte doch mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich es gedacht hatte.

6. Donaghadee mit Leuchtturm und Hafen

In der kleinen und quirligen Küstenstadt Donaghadee ist besonders der Leuchtturm am Hafen ein hübsches Fotomotiv. Hier befindet sich Nordirlands nächster Punkt zu Schottland, so dass man fast das Gefühl hat, rüberspucken zu können. Außerdem gibt es im Zentrum den urigen Pub Grace Neill, der angeblich sogar der älteste Pub in ganz Irland ist.

Das bunte Küstenstädtchen Donaghadee an der Mourne Coastal Route in Nordirland
Das bunte Küstenstädtchen Donaghadee an der Mourne Coastal Route
Leuchtturm in Donaghadee, Nordirland
Vom Leuchtturm in Donaghadee ist es nur ein Katzensprung bis nach Schottland.

7. Ballywalter

Ballywalter sah so schnuckelig und einladend aus, dass ich einfach anhalten musste. Nicht nur, um mir eine Tüte Chips zu kaufen, sondern vor allem, weil es hier einen richtig tollen und langen Sandstrand gibt. Der Blick auf die Küste der Irischen See ist auch hier wieder ganz bezaubernd und die Lichtstimmung am alten Hafen einfach magisch. 

Ballywalter in Nordirland
Ballywalter in Nordirland
Der alte Hafen von Ballywalter
Couchflucht mit Chips in Nordirland
Happy mit meinen irischen Lieblingschips
Ballywalter in Nordirland
Ballywalter in Nordirland

8. Portaferry

Eigentlich wollte ich in der Kleinstadt Portaferry unbedingt noch an der Waterfront entlang bummeln, mir in Ruhe die bunten Häuschen anschauen und auch dem Pub Fiddlers noch einen kurzen Besuch abstatten. Hier gibt es nämlich eine der zehn handgeschnitzten Original-Türen aus Game of Thrones zu bewundern. Aber du ahnst es schon, meine Zeit war knapp, und ich wollte ungern erst in Downpatrick ankommen, wenn es stockfinster ist.

Von daher habe ich direkt die nächste Autofähre zum gerade mal 1 km entfernten Strangford am gegenüberliegenden Ufer des Sees Strangford Lough genommen.

Von Strangford aus bin ich dann schließlich in knapp 15 Autominuten am Ziel in Downpatrick angekommen! Was für ein erlebnisreicher und idyllischer Roadtrip-Tag! Ich falle todmüde, aber glücklich-beseelt von all den tollen Eindrücken ins Bett.

Portaferry in Nordirland
Fähre von Portaferry nach Strangford in Nordirland
Die Fähre über den Strangford Lough von Portaferry nach Strangford