Hunderte Heißluftballons, die gleichzeitig im rosafarbenen Sonnenaufgang über bizarren Felsformationen in die Höhe steigen. Mittendrin, davor und dahinter mindestens ebenso viele hübsch gestylte Influencer-Models in wallenden roten Kleidern. Dieses Klischeebild von Kappadokien habe auch ich im Kopf, als wir zu unserer Wanderwoche mit Travelbase auf dem Cappadocia Trail aufbrechen.
Dabei ist Kappadokien noch so viel mehr als Instagram-Pilgerstätte und Bilderbuchkulisse für Fotografen. Dies durfte ich beim Wandern durch spektakuläre Landschaften voller Feenkamine, jahrhundertealten Höhlenkirchen und historischen Taubenschlägen erleben. Für alle, die atemberaubende Natur erfahren, tief in die Kultur und Geschichte einer Region eintauchen und dazu die unglaubliche Gastfreundschaft und leckere Küche Anatoliens genießen wollen, ist die einwöchige Wanderung auf dem Cappadocia Trail genau das richtige.
Meine Euphorie war jedenfalls kaum noch zu bremsen, und ich hatte mehr als nur einmal das Gefühl, gerade durch einen Fantasy-Drehort zu wandern. In diesem Blogartikel gebe ich dir alle Tipps und Infos zum Cappadocia Trail und erzähle dir, was ich beim Wandern in Kappadokien so alles erlebt habe.

Inhaltsverzeichnis
ToggleCappadocia Trail – Wandern in Kappadokien zwischen Feenkaminen, Höhlenkirchen und Heißluftballons
Die Region Kappadokien liegt in Zentralanatolien im Herzen der Türkei und umfasst Gebiete rund um die Städte Kayseri, Nevşehir und Aksaray. Kappadokien ist vor allem für seine außergewöhnliche Landschaft bekannt, formten hier doch Vulkanausbrüche und Erosion die bizarrsten Felsformationen. Diese oft „Feenkamine“ genannten Tuffsteinfelsen konnten aufgrund ihrer weichen Konsistenz leicht bearbeitet werden, so dass dort unzählige Höhlenwohnungen, Felsenkirchen und sogar komplette unterirdische Städte entstanden.
Besonders berühmt ist der Göreme-Nationalpark, der Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist und unglaublich viele in den Fels geschlagene Kirchen mit alten Fresken aus byzantinischer Zeit beherbergt.
Mitten hindurch, aber auch durch wenig bekannte und untouristischere Täler, führt der Cappadocia Trail, eine selbstgeführte Mehrtageswanderung, die vom Abenteuerreiseveranstalter Travelbase angeboten wird. Dich erwarten abwechslungsreiche Wege über Tuffstein, durch enge Felspassagen und hinauf zu Aussichtspunkten mit weitem Panorama über die Täler Kappadokiens.
Unterwegs übernachtest du in stimmungsvollen Höhlenhotels und traditionellen Steinhäusern, genießt die lokale Küche und begegnest der herzlichen Kultur der Türkei ganz nah. Und wenn du Glück hast und das Wetter mitspielt, kannst du am letzten Morgen in Göreme sogar selbst eine Fahrt mit dem Heißluftballon erleben und die besondere Magie Kappadokiens spüren.



Alle Infos zum Cappadocia Trail
Die Route
Der Cappadocia Trail von Travelbase zeigt dir Kappadokien von seiner ursprünglichsten Seite: Spektakuläre Täler, bizarre Feenkamine und jahrhundertealte Felsenkirchen begleiten dich auf jedem Schritt. In fünf Etappen zwischen 11 und 18 Kilometern wanderst du durch eine Landschaft, die wirkt wie eine Fantasy-Kulisse.
Du startest in einem kleinen Dorf abseits der bekannten Touristenorte und läufst durch ursprüngliche Täler, an den Felsenburgen von Ortahisar und Uçhisar vorbei, bis du schließlich in Göreme ankommst.
In Göreme hast du einen Tag zur freien Verfügung, an dem du optional auch noch einen Ausflug ins Ihlara Tal zum Wandern dazu buchen kannst.
Hier findest du eine Übersicht der Tagesetappen des Cappadocia Trails:
| Etappe | Route | Distanz in km | Gehzeit | Höhenmeter bergauf | Höhenmeter bergab |
| 1 | Taskinpasa-Mustafapasa | 17,2 km | 6 Std. | 420 hm | 450 hm |
| 2 | Mustafapasa-Ortahisar | 15,8 km | 5 Std. | 310 hm | 280 hm |
| 3 | Ortahisar-Çavusin | 16,5 km | 6 Std. | 465 hm | 560 hm |
| 4 | Çavusin-Uçhisar | 11 km | 4 Std. | 370 hm | 110 hm |
| 5 | Uçhisar-Göreme | 11,2 km | 4 Std. | 110 hm | 320 hm |

Schwierigkeitsgrad und Anforderungen
Den Trail selbst würde ich als einfach bis mittelschwierig einstufen. Keine Etappe ist flach, aber es gibt auch keine steil ausgesetzten oder extremen Passagen. Die Wege sind meistens mit T1, maximal mit T2 klassifiziert und haben bis zu 400 Höhenmeter im Aufstieg. Einige etwas abenteuerliche Wegabschnitte über Leitern und durch enge Höhlen lassen sich auch easy umgehen, so dass du den Trail meiner Meinung nach auch mit leichter Höhenangst wandern kannst. Eine einigermaßen stabile Grundfitness ist natürlich Voraussetzung, um die täglichen Auf- und Abstiege auch genießen zu können.
Mit rund 71 Kilometern verteilt auf fünf Tage ist der Trail ideal für alle, die spektakuläre Landschaften in Kappadokien mit einzigartigen Kulturerlebnissen verbinden wollen. Er eignet sich auf jeden Fall auch für dich, wenn du vielleicht zum allerersten Mal eine mehrtägige Wanderung ausprobieren möchtest. Und wenn du den optional angebotenen Gepäcktransport dazu buchst, fällt die Wanderung mit leichtem Tagesrucksack umso weniger schwer.
Übrigens: Auch für Alleinreisende ist der Cappadocia Trail bestens geeignet!

Ablauf der Wanderung – Selbstgeführter Trail
Die Route des Cappadocia Trails ist selbstgeführt, das heißt, du wanderst unabhängig von einer Gruppe und ohne Guide in deinem eigenen Tempo, während im Hintergrund alles organisiert ist und Unterstützung bereitsteht, wenn du sie brauchst. Vor Ort erwarten dich zwei unheimlich herzliche und kompetente Ranger, die dir im Briefing vor der Wanderung alles wichtige erklären und auch bei Fragen während der Tour immer sofort zur Stelle sind.
Dank der Trail-App von Travelbase wirst du täglich mit allen Infos und vielen wertvollen Tipps versorgt und findest dich auch im Offline-Modus jederzeit gut mit der Navigation der Route zurecht. So hast du zwar auf der einen Seite die absolute Freiheit, aber trotzdem ein Sicherheitsnetz, auf das du immer zählen kannst.
Besonders schön fand ich, dass sich, obwohl wir alleine auf dem Trail unterwegs waren, in der Woche trotzdem eine ganz tolle Gruppendynamik entwickelt hat. Da alle an einem bestimmten Wochentag startenden Teilnehmenden (maximal 14) in den gleichen Unterkünften untergebracht sind, trifft man sich spätestens am Abend oder beim Frühstück immer wieder und kann sich, auch bei Begegnungen auf dem Trail, immer über die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen austauschen.
Da die Tagesetappen immer in kleinen Dörfern in Kappadokien starten und enden, gibt es überall auch Einkaufsmöglichkeiten, um sich mit Wasser oder Snacks zu versorgen.



Türkische Küche und Verpflegung
Dass die türkische Küche aus weitaus mehr als Döner Kebab, Köfte und Lahmacum besteht, habe ich während unserer Woche in Kappadokien gründlich getestet und war begeistert. Besonders empfehlen kann ich dir Manti, die türkischen Teigtaschen, Gözleme (traditionelle, z.B. mit Käse und Spinat gefüllte Pfannkuchen) und das in der Region so berühmte Pottery Kebab bzw. Testi Kebab zu probieren. Wenn der Tontopf am Tisch auf ziemlich spektakuläre Art und Weise aufgeschlagen wird, wird das Dinner auf jeden Fall zur Show!
Wenn du den Cappadocia Trail von Travelbase buchst, ist das Frühstück in den Unterkünften immer mit enthalten. Hier war ich erstaunt, wie groß die Auswahl war und dass wir zum Teil sogar frische, regionale Köstlichkeiten an den Tisch serviert bekommen haben.
Das optional dazu buchbare Lunchpaket finde ich eine großartige Idee, da du so immer an den schönsten Spots auf dem Trail eine genussvolle Pause einlegen kannst.
Außer am ersten Wandertag erwarten dich auf jeder Etappe auch immer kleine Cafés am Wegesrand, wo du frisch gepressten Orangen- oder Granatapfelsaft, Tee oder kleine Snacks genießen kannst. An kleinen Ständen kannst du bei den Locals auch immer leckere Trockenfrüchte und Nüsse erwerben.
Abends kannst du dann selbst entscheiden, in welchem Restaurant du essen gehen möchtest. Wir haben in jedem Ort ganz tolle Gastronomie entdeckt, die ich dir nach jeder Etappenbeschreibung weiter unten vorstelle.

Packliste – Was solltest du nach Kappadokien mitnehmen?
Du erhältst von Travelbase rechtzeitig vor dem Start deines Capapdocia Trails eine ausführliche Packliste, so dass du wirklich nichts vergessen kannst.
Wir haben für unsere Tour einen Gepäcktransport dazu gebucht und es nicht bereut, da wir so immer nur mit leichtem Tagesrucksack unterwegs sein konnten.
Was du auf jeden Fall immer in deinen Rucksack packen solltest, ist regenfeste und etwas wärmere Kleidung, da das Wetter in Kappadokien auch schnell mal wechseln kann und es besonders in den Abendstunden ganz schön frisch wird.
Außerdem empfehle ich dir unbedingt Wanderstöcke mitzunehmen, da einige Passagen ganz schön steil, geröllig und rutschig sein können. Gerade wenn es vielleicht mal länger geregnet hat, können die Pfade auch matschig werden, so dass ich dir zusätzlich sogar zu wasserfesten und evtl. knöchelhohen Wanderschuhen mit gutem Profil raten würde. Vor dem Trail hätte ich gedacht, dass dieser Rat vielleicht etwas übertrieben ist, aber das sehe ich nach der Wanderung anders.

Zeitraum und Buchung
Der Cappadocia Trail wird von Travelbase im Frühling in den Monaten April – Juni und im Herbst in den Monaten September und Oktober angeboten.
Wir waren im Mai unterwegs und können diese Reisezeit wärmstens empfehlen, da im Frühling alles so herrlich blüht und die Täler üppig grün bewachen sind. Auch die Temperaturen um die 20 Grad waren super angenehm zum wandern.
Ansonsten bieten sich aber natürlich auch die milderen Herbstmonate ideal für die Tour an. Generell ist es in Kappadokien übrigens nicht ganz so warm wie in den türkischen Küstenorten, da sich der Göreme Nationalpark auf Höhen über 1.000 Metern erstreckt.

Preis und Inklusivleistungen
Das Abenteuer „Cappadocia Trail“ ist ab einem Frühbucherpreis von 795 € pro Person buchbar.
Im Reisepreis enthalten sind:
- Die geplante Route und vollständige Reiseorganisation
- 6 Übernachtungen in authentischen Höhlenhotels und traditionellen Steinhäusern entlang der Route, inklusive Frühstück
- Empfang und Briefing vor der ersten Etappe
- Englischsprachige Ranger zur Unterstützung vor Ort
- Shuttle zum Startpunkt der Wanderung
- Lokale Touristensteuern
- Travelbase Trail-App mit allen Infos, Kartenmaterial und ganz vielen Tipps zum Cappadocia Trail
Außerdem kannst du verschiedene Zusatzoptionen zu deiner Reise hinzufügen, auf die ich im nächsten Abschnitt eingehe.
Die eigene Trail-App ist übrigens echt sehr gelungen, da hier auch der Nachrichtenaustausch mit den Rangern und den anderen Teilnehmenden stattfindet. Mit der Offline-Funktion der Routen gelingt die Navigation ganz easy, und auch auf besondere Highlights, Cafés und Sehenswürdigkeiten entlang des Weges wird immer mit vielen Insider-Tipps hingewiesen.
Für uns war die Organisation und Logistik von Travelbase mal wieder perfekt, so dass wir uns eigentlich um nichts kümmern mussten und einfach loslaufen konnten.

Zusätzlich buchbare Optionen
Zusätzlich zum o.g. Reisepreis hast du die Möglichkeit noch diverse Zusatzoptionen dazu zu buchen:
- Eine Heißluftballonfahrt bei Sonnenaufgang an deinem letzten Tag in Göreme nach der Wanderung
- Ausflug mit einem Shuttle-Bus ins wunderschöne, grüne Ihlara Tal mit Wanderung und Besichtigung des beeindruckenden Felsenklosters von Selime (ebenfalls möglich an deinem letzten freien Tag in Göreme)
- Gepäcktransport während der Wanderung
- Flughafentransfer ab/ bis Kayseri
- Hotelübernachtung in der ersten Nacht in Kayseri
- Lunch-Paket während der fünftägigen Wanderung (auch vegetarisch möglich)
- Wanderstöcke, falls du keine eigenen mitbringen kannst
- Versicherungen, wie Stornoversicherung und Reiseversicherung
Die aktuellen Preise für die jeweiligen Optionen kannst du der Website von Travelbase entnehmen.

LESETIPP
Mit Travelbase war ich auch schon eine Woche lang auf dem Balkan Trail oder Peaks of the Balkans in Albanien, Kosovo und Montenegro unterwegs.
Was ich auf dieser grenzüberschreitenden Wanderung alles mit einer wundervollen Gruppe erlebt habe, erzähle ich dir in diesem Beitrag.
Balkan Trail – 5 Tage abenteuerliches Trekking durch Albanien, Kosovo & Montenegro
Unsere Tour auf dem Cappadocia Trail mit Travelbase
Ankunft in Kayseri
Der nächstgelegene, international gut angebundene Flughafen in Kappadokien für das Travelbase-Abenteuer ist Kayseri (ASR), den du meistens mit einem Umstieg in Istanbul erreichst. Flüge von Deutschland nach Kayseri werden beispielsweise von Turkish Airlines, AJet oder SunExpress angeboten.
Am Flughafen in Kayseri wartet schon ein Shuttle-Bus auf dich, wenn du deine erste Hotelübernachtung über Travelbase im Ibis Hotel Kayseri* gebucht hast. Bis hierhin dauert die Fahrt nur etwa 15 Minuten.
Da unser Flug recht spät in Kayseri gelandet, fallen wir im Ibis Hotel Kayseri* nur noch hundemüde ins Bett und wachen am nächsten Morgen mit einem großartigen Blick auf den 3.917 Meter hohen Hausberg Erciyes Dağı auf. Der höchste Berg Zentralanatoliens.ist ein ruhender Vulkan und lässt uns bereits erahnen, was für surreale Felslandschaften in Kappadokien auf uns warten.
Auch das Frühstücksbüffet des Hotels bietet eine überraschend große Auswahl und ist schon mal ein guter Vorgeschmack auf die Köstlichkeiten der Region. Um 8 Uhr wartet schon der Shuttle-Bus auf uns und bringt uns in ca. 1,5 Stunden Fahrt direkt nach Taskinpasa zum Startpunkt des Cappadocia Trails.

Kappadokien Wanderung | Cappadocia Trail – Tag 1: Von Taskinpasa nach Mustafapasa
DATEN UND FAKTEN

Von Taskinpasa in die magische Felslandlandschaft
Kaum sind wir im ziemlich einsam, abseits der Touristenpfade gelegenen Bergdorf Taskinpasa angekommen, erwarten uns schon die beiden Travelbase Ranger Luca und Emiel, die uns superherzlich begrüßen. Ein kleines Briefing zur Einführung beantwortet alle noch offenen Fragen und hat direkt noch ein paar Insider-Tipps für unsere Wanderung in petto. Und dann geht unser Kappadokien-Abenteuer endlich los!
Über eine sandig-staubige Schotterpiste starten wir erstmal recht steil bergauf. Außer uns scheint hier kein Mensch unterwegs zu sein, nur hier und da treffen wir mal auf einen Farmer inmitten der Idylle, und mir fällt direkt auf, wie herzlich und freundlich die Locals hier überall sind.
Schon bald tun sich die ersten Blicke auf die magischen Felslandschaften Kappadokiens auf – genauso habe ich mir das vorgestellt! Ein See zeichnet sich in der Ferne ab, und wir wandern durch eine kleine Schlucht mit einer Holzbrücke mitten zwischen den bizarren Felsformationen hindurch. Ich bin mir schon jetzt sicher, dass wir mit unserer Reisezeit im Frühling alles richtig gemacht haben. Um uns herum blüht alles ganz herrlich – mit Apfelbäumen, Obstgärten und solch grünen Oasen hatte ich in Kappadokien nicht wirklich gerechnet. Das freut auch die Vögel und Bienen, die sich munter mit ihrem Zwitschern, Summen und Brummen gegenseitig übertreffen.



Zwischen Höhlenwohnungen und Tuffsteinfelsen nach Mustafapasa
Wir lugen in die ersten Höhlenwohnungen auf dem Weg hinein und sind jetzt schon mehr als fasziniert, was für eine reiche Kultur uns auf der ganzen Wanderung begleiten wird. Manchmal ist die Wegfindung nicht ganz so einfach, ab und zu gibt es zwar ein paar Wanderschilder, aber wir kommen trotzdem immer wieder mal kurz vom Pfad ab. Aber nicht so tragisch, genauso schnell gelangen wir jedes Mal dann auch wieder zurück auf Kurs.
Der Wanderweg an sich ist viel abwechslungsreicher, als ich es erwartet habe. Neben all den Tuffsteinfelsen wandern wir im Auf und Ab zwischen Wacholdersträuchern, Maulbeerbäumen und einer artenreichen Vegetation hindurch, die in starkem Kontrast zu der ansonsten trockenen Steppenlandschaft steht.
Nachdem wir den See passiert haben, marschieren wir über eine breite und lehmige Piste in Richtung Mustafapasa. So kurz vor unserem Etappenziel geht es nochmal bergauf, und wir kommen so richtig ins Schwitzen. Für die letzte Motivation hilft nur noch mein persönliches Wandermantra: „Fanta – Katzen – Chips“ – alle Dinge, auf die ich mich an unserem Ziel ganz besonders freue. ;-).
Unsere Etappe endet im griechisch geprägten Mustafapasa mit vielen uralten Steinhäusern, Höhlenwohnungen und bedeutenden Felsenkirchen. Das war auf jeden Fall ein mehr als gelungener Auftakt unseres persönlichen Cappadocia Trails!


Unsere Unterkunft in Mustafapasa: Nujel’m Hotel
Das Nujel’m Hotel* in Mustafapaşa ist auf den ersten Blick schon ein echter Hingucker. Das kleine Boutique-Hotel verbindet die traditionelle Steinarchitektur der Region mit modernem Komfort und einer angenehm ruhigen Atmosphäre. Wir sind richtig geflasht, dass wir so ein riesiges und stilvolles Maisonette-Zimmer bekommen haben. Da es sich um ein typisches Höhlenzimmer ohne Fenster handelt, ist es allerdings weitaus wärmer als gedacht, und ich kann meinen langen Pyjama getrost in der Reisetasche lassen.
Am nächsten Morgen frühstücken wir draußen in der Sonne im herrlichen Innenhof und freuen uns über die regionalen Spezialitäten von Kappadokien.

Kappadokien Wanderung | Cappadocia Trail – Tag 2: Von Mustafapasa nach Ortahisar
DATEN UND FAKTEN

Unterwegs im Gomeda Valley
Kaum haben wir die letzten Häuser Mustafapasas hinter uns gelassen, tauchen wir ins ziemlich unbekannte Gomeda Tal ein und bewundern die weich und sanft anmutenden Sandsteinfelsenriesen überall um uns herum. Zuerst führt uns die Route noch über einen breiten Schotterweg, ab der antiken Höhlenkirche von Timios Stavros wandelt sich der Weg in einen traumhaften Pfad durch das verwunschene Tal.
Zuerst aber bewundern wir die wunderschön erhaltenen und farbenfrohen Fresken in der Höhlenkirche und sind schwer beeindruckt. Die im Tuffstein versteckten Räume und byzantinischen Malereien stammen noch aus der christlichen Frühzeit (9.-13. Jahrhundert) und verbinden Kunst, Spiritualität, Architektur und die besondere Vulkanlandschaft Kappadokiens auf eine absolut einzigartige Weise. Wir bewegen uns nun quasi in einem wahren Freilichtmuseum und haben das Gefühl, in eine andere Zeit lange vor uns einzutreten.
An einem Aussichtspunkt lassen wir die fremdartige Kulisse mit all den uralten Taubenverschlägen und Höhlenwohnungen eine ganze Weile auf uns wirken und können gar nicht so wirklich fassen, dass wir gerade mittendrin stehen. Faszinierend ist auch, dass die Taubennester noch immer von zahlreichen Vögeln als Brutplätze genutzt werden. Alles um uns herum zwitschert, was das Zeug hält.



Weiter zur Big Cave Church
In welcher Filmkulisse wir da eigentlich gerade gelandet sind, fragen wir uns auch die nächsten Kilometer, die wir durch das malerische Gomeda Tal wandern. Vor unserem inneren Auge tauchen ständig Szenen aus Star Wars und Dune-Filmen aus – was für eine surreale Szenerie!
Übrigens: Den kleinen Abstecher zur St. Basil Church können wir nur empfehlen, der Weg hinauf über die Felsen ist richtig abenteuerlich und bietet tolle Ausblicke.
Wir laufen über kleine Holzbrücken entlang eines sanft plätschernden Bachlaufes und können uns gar nicht satt sehen an dem Kontrast aus grüner Oase und ockerfarbenen Felsen. Einfach so krass, dass wir dieses wunderschöne Tal gerade ganz für uns alleine haben, es scheint echt noch ein absoluter touristischer Geheimtipp zu sein.
Durch einen kleinen natürlichen Tunnel schaffen wir es trockenen Fußes und erreichen bald ein gemütliches Teehaus mitten im Grünen. Zeit für ein kleines Päuschen mit frisch gepresstem Orangensaft! Danach geht es weiter zur Big Cave Church, die mich schon wieder völlig umhaut. Nach einer Weile finden wir den Einstieg über eine Felsöffnung und klettern über eine alte Leiter gleich eine Etage höher. Hier könnten wir jetzt noch so richtig Indiana Jones spielen und weiter nach oben klettern, aber für heute ist es uns abenteuerlich genug.

Auf dem Weg zur Felsenburg von Ortahisar
Nachdem wir das Gomeda Valley verlassen haben, geht es dann wieder über einen breiteren Weg weiter durch eine Kulturlandschaft aus Feldern und Weinreben. Wir nehmen uns fest vor, uns heute Abend im Restaurant unbedingt eine Kostprobe des kappadokischen Weins zu gönnen.
In der fast verlassenen Stadt von Ibrahimapasa legen wir noch eine kleine Teepause am Dorfplatz ein. Der Anblick all der leer stehenden Höhlenwohnungen und Steinhäuser macht uns fast ein wenig traurig, steckt hier doch so ein ungeheures Potential in dieser einst prächtigen Stadt, das hoffentlich irgendwann einmal genutzt wird. Überall verzierte Türen, prächtige Ornamente, Bögen und Innenhöfe aus Naturstein – das ehemalige griechische Handelsdorf muss früher furchtbar wohlhabend gewesen sein.
Am Bach und steilen Felswänden entlang legen wir nun den Endspurt in Richtung Ortahisar ein. Zwar hätten wir die Möglichkeit, noch einen weiteren, lohnenswerten Abstecher zur antiken Balkan Church zu machen, aber wir wollen lieber noch genügend Zeit zur Besichtigung der imposanten Felsenburg von Ortahisar machen. Diese thront hoch über dem Ort auf einem Tuffsteinfelsen, sieht irgendwie aus wie ein gigantischer Termitenbau und ist sicherlich eines der eindrucksvollsten Bauwerke Kappadokiens. Und auch der Ausblick von oben enttäuscht ganz und gar nicht. Was für ein spektakulärer Wandertag in Kappadokien!


Unsere Unterkunft in Ortahisar: Potamia Cave Suites
Die Potamia Cave Suites* in Ortahisar sind rückblickend meine absolute Lieblingsunterkunft in Kappadokien. Ich würde sogar behaupten, dass dies eines der schönsten Hotels ist, in dem ich je übernachtet habe.
Das kleine Boutique-Hotel liegt ruhig oberhalb eines Tals und verbindet authentische Höhlenarchitektur mit ganz viel Liebe zum Detail. Die Zimmer sind unglaublich geschmackvoll eingerichtet, gemütlich und gleichzeitig modern. Man spürt sofort die besondere Atmosphäre dieses Ortes.
Besonders beeindruckt haben uns die großzügigen Terrassen und kleinen Sitznischen mit Blick auf die Höhlen und die berühmte Burg von Ortahisar. Abends werden die Höhlen sogar beleuchtet, was eine besonders romantische Stimmung geschaffen hat.
Auch das traditionell türkische Frühstück, bei dem viele lokale Köstlichkeiten am Tisch serviert wurden, war ein echtes Highlight.

LESETIPP
Wenn dich surreale Landschaften auch so begeistern, schau dir unbedingt auch mal meinen Beitrag über die Wanderung auf dem Laugavegur in Island an.
Auf dem Iceland Trail war ich ebenfalls mit Travelbase unterwegs und hatte so oft das Gefühl, ich würde auf einem anderen Planeten wandern.
Laugavegur in Island – Sechs Tage wandern auf dem Iceland Trail
Kappadokien Wanderung | Cappadocia Trail – Tag 3: Von Ortahisar nach Çavusin
DATEN UND FAKTEN

Auf ins Meskendir Valley
Ich kann gar nicht beschreiben, wie hoffnungslos reizüberflutet ich an diesem Wandertag war. Was für eine irre, surreale, abgefahrene und spektakuläre Landschaft wir im Meskendir Valley, Red Valley und Rose Valley auf dieser Etappe mit eigenen Augen gesehen haben, kann ich wirklich unmöglich in Worte fassen. Ich versuche es trotzdem einmal.
Erstmal geht es noch ganz gemütlich und idyllisch am Bach entlang. Nachdem wir die Schnellstraße überquert haben, wandern wir im Auf und Ab über meistens breite Wege durch eine Kulturlandschaft, die immer wieder von roten Felsen unterbrochen wird. Rückblickend betrachtet würde ich diese zusätzliche Schleife, bevor man wieder zurück zur Schnellstraße und Kamelfarm kehrt, wohl eher auslassen und entsprechend abkürzen. Man verpasst dann wirklich nichts Wesentliches und kann sich viel mehr Zeit zum Entdecken der folgenden spektakulären Valleys lassen. Wir machen noch eine kurze Pause mit Eis und Cola an einer Pferderanch, nichts ahnend, was uns auf den folgenden Kilometern erwarten wird.
Kaum steigen wir ins Meskendir Valley bergab, ist meine Begeisterung nicht mehr zu bremsen. Schmale Pfade führen bergauf und bergab durch das wunderschöne, grüne Tal inmitten der Felsformationen. Völlig bekloppt, aber ich fühle mich manchmal, als würden wir durch eine künstlich geschaffene Themenwelt und Kulisse im Phantasialand laufen, nur mit dem Unterschied, dass das hier wirklich alles echt und von der Natur erschaffen ist.

Durch das abenteuerliche Red Valley
Ein kleiner Abstecher führt uns extrem steil bergauf (wirklich nur mit Wanderstöcken zu empfehlen!) zu einem Aussichtspunkt, wo wir unseren Blick über das Meskendir Valley schweifen lassen. Kurz darauf wartet ein hübsches Gartencafé mit einem unglaublich herzlichen Besitzer am Wegesrand auf uns. Der frisch gepresste Granatapfelsaft und Apfeltee schmecken mal wieder köstlich!
Durch mehrere kleine Tunnel und an einer Höhlenkirche vorbei wandern wir weiter durch das Tal. Zum ersten Mal kommen uns nun auch andere Wanderer entgegen, was schon fast ein ungewohntes Bild für uns darstellt, nachdem wir die Felsen Kappadokiens in den letzten zwei Tagen fast für uns alleine hatten.
Der Übergang vom Meskendir Valley ins Red Valley bekommt nun immer mehr Abenteuercharakter, und ich fühle mich an die Slot Canyons in Utah und Arizona erinnert. Wir schlängeln uns durch die rosaroten Sandsteinfelsen hindurch und fühlen uns mal wieder wie Indiana Jones und Lara Croft zugleich. Vollkommen irre finde ich übrigens auch, dass zwischen den riesigen Felsen immer wieder Weinreben auftauchen. Hier wird wirklich überall angebaut.
Ein kurzer, recht abenteuerlicher Abschnitt über zwei lange Metallleitern und eine dunkle Höhlenpassage bringen meine Knie zum Wackeln (diesen kann man aber auch ganz easy oben rechts herum umgehen). Danach wird erstmal eine Picknickpause auf einer Wiese mit Ausblick auf eine Felsenkirche eingelegt. Die folgenden Meter durch die Sträucher sind ein bisschen tricky, aber wir bahnen uns mit ein bisschen Hin und Her den Weg zurück auf die Route.



Völlige Euphorie im spektakulären Rose Valley
Nicht weniger spektakulär-schön als das Red Valley ist auch das folgende Rose Valley im Göreme Nationalpark, und ich weiß gar nicht mehr wohin mit meiner Euphorie. Ab Mr. Ibrahims Restaurant, das mal wieder wunderschön in der Felsenlandschaft gelegen ist, bekommen wir Begleitung. Von hier an folgt uns nun ein kleiner schwarzer Streunerhund über Stock und Stein bis ans Ende der Etappe – einfach herzzerreißend!
Höhlenkirche, Sunset Point, und weiter geht’s auf den Berggipfel Bozdag, wo die türkische Fahne stürmisch im Wind flattert, natürlich mit einer grandiosen Aussicht auf das Rosental. Traumhafte Pfade führen uns hindurch, unsere Fellnase posiert wie ein Weltmeister an Felsbögen und Viewpoints. Obwohl die Feenkamine und Felsformationen im Rose Valley dermaßen bizarr und spektakulär geformt sind, treffen wir hier mal wieder kaum auf andere Touristen. Das grenzt für mich fast an ein Wunder, hat doch jedes Tal in Kappadokien einen komplett einzigartigen Charakter und Farbenspiel.
Noch ein letzter frisch gepresster Saft im Felsencafé inmitten des Rose Valleys muss einfach sein. Auch hier lohnt sich unbedingt noch ein Blick in die kleine Höhlenkirche mit ihren Fresken und den uralten in den Fels gehauenen Kammern. Schließlich erreichen wir das kleine Höhlendorf Çavusin, wo wir unseren neu gewonnenen Hundefreund schweren Herzens verabschieden müssen.


Unsere Unterkunft in Çavusin: Atax Cave House
Das Atax Cave House* in Çavuşin ist ein familiengeführtes Haus mit einem angenehmen und authentischen Ambiente. Die traditionellen Steinhauszimmer verbinden historischen Charme mit modernem Komfort. Im Badezimmer erwartet uns sogar ein Whirlpool und ein Waschbecken mit einem ganz besonderen Wasserhahn in Delphinform.
Zur Unterkunft gehört eine Dachterrasse, von der man die Heißluftballons am Morgen beobachten kann.

Balloon-Watching zum Sonnenaufgang Part 1
Um 5:20 Uhr klingelt unser Wecker, und das aus ziemlich gutem Grunde. Denn hier im Höhlendorf Çavusin haben wir zum ersten Mal die Chance, die berühmten Heißluftballons von Kappadokien beim Sonnenaufgang zu erleben. Also klettern wir noch ziemlich verschlafen, so weit wir uns es zutrauen, nach oben inmitten der Höhlenwohnungen und Festungsruinen des Dorfes. Und das lohnt sich sowas von!
Es ist wirklich magisch zu beobachten, wie immer mehr Ballons in der Ferne starten, dann immer näher auf uns zukommen und schließlich genau über unseren Köpfen und zwischen den Felsen hindurch über die Klippen gleiten. Was für ein Moment und was für eine Masse!
Beim Fotografieren und Filmen geraten wir fast in einen Rausch und müssen uns zwingen, zwischendurch einfach mal innezuhalten und dieses besondere Erlebnis ganz bewusst zu genießen.


Kappadokien Wanderung | Cappadocia Trail – Tag 4: Von Çavusin nach Uçhisar
DATEN UND FAKTEN

Vom Love Valley ins White Valley
Nach dem Frühstück starten wir in Richtung Uçhisar und merken erst so richtig, wie uns die kurze Nacht und die vergangen drei Wandertage in den Knochen stecken. Dementsprechend langsam kommen wir heute voran, was aber angesichts der recht kurzen Strecke auch gar nicht so tragisch ist. Gleich drei beliebte Täler stehen heute auf unserem Wanderprogramm: Love Valley, White Valley und Pigeon Valley.
Woran die in die Höhe ragenden Feenkamine im Liebestal erinnern, bleibt natürlich ganz der Fantasie der Betrachter überlassen. Wir denken jedenfalls ganz jugendfrei an frische Spargelspitzen. 😉
Wunderschöne, sandige Pfade führen durch das weite und üppig grün bewachsene Love Valley und machen es zu einem riesigen Abenteuerspielplatz.
Nach einer Weile werden die Felsformationen um einiges wuchtiger, heller und weißer – ein deutliches Indiz, dass wir nun das White Valley erreicht haben. Wir wandern an einem plätschernden Bächlein entlang und müssen immer mal wieder die Seite wechseln. Kurz vor dem Ausgang aus dem White Valley nehmen die Felsen immer spektakulärere Folgen an. Dann geht es nochmal steil bergauf, bis wir einen Parkplatz erreichen, an dem zur Belohnung netterweise direkt ein charmanter Orangensaftverkäufer auf uns wartet. Genauso hatte ich das natürlich bereits ein paar Kilometer zuvor manifestiert. 😉



Wo sind die Tauben im Pigeon Valley?
Wir passieren den Ortseingang von Uçhisar, dessen Stadtbild mit der auf einem Berg thronenden Burg schon von weitem wie eine Fantasy-Kulisse ausschaut. Von hier aus machen wir noch einen zusätzlichen Schlenker durch das idyllische Taubental. Hier blüht alles gerade besonders prächtig, und wir folgen dem Pfad, der sich mitten durch die riesige Schlucht windet.
Ganz wie es sich für ein Pigeon Valley gehört, tauchen in den Felsen und Höhlen immer mehr Taubennester und -verschläge auf. Zum Teil sind sie kunstvoll bemalt, aber leider nicht ganz so bevölkert, wie ich es erhofft hatte. Kaum erreichen wir das Ende des Taubentals, wissen wir dann auch warum. An der Straße Richtung Uçhisar tummeln sich zahlreiche Souvenirläden und Fotospots, an denen die Tauben gefüttert werden. Ein Eldorado für jede Duisburger City-Taube!
Rund um die Felsenburg von Uçhisar bummeln wir noch ein wenig durch die Gassen und genießen das Panorama in alle Richtungen.


Unsere Unterkunft in Uçhisar: Ahiyan Hotel
Das Ahiyan Hotel* in Uçhisar ist ein kleines und ruhig am Ortsrand gehgelegenes Boutique-Hotel, das nur ein paar Minuten zu Fuß von der Burg entfernt ist. Die Zimmer sind unheimlich geräumig und gemütlich eingerichtet. Wir hatten das Glück einen Raum mit einer frei stehenden Whirlpool-Badewanne zu bekommen und haben diesen Luxus erstmal mit einem pompösen Schaumbad zelebriert. Auch das Frühstück auf der Terrasse lässt keine Wünsche offen.

LESETIPP
Letzten Sommer habe ich mit Travelbase auch eine Kanutour in Schweden unternommen.
Eine Woche lang war ich auf den Seen in der Wildnis von Dalsland und Värmland unterwegs, und es war einfach magisch. Sieh selbst!
Kanutour Schweden – 7 Tage paddeln in der Wildnis von Dalsland und Värmland
Balloon-Watching zum Sonnenaufgang Part 2
Wie bereits am Vortag machen wir uns früh morgens noch ziemlich schlaftrunken auf den Weg zum Uçhisar Castle, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang die in Göreme startenden Heißluftballons zu bewundern. Um diese Zeit hat zwar die Festung selbst noch nicht geöffnet (erst ab 7 Uhr morgens), aber von den Spots ringsum hat man eine mindestens ebenso gute Aussicht auf das Spektakel. Wir wundern uns, dass außer uns kaum ein Mensch hier ist, irgendwie hatte ich hier hunderte Influencer-Models mit flatternden, roten Kleidern erwartet, aber nichts dergleichen. Auch gut!
Die Stimmung im sanften Morgenlicht inklusive einiger Nebelschwaden über den Felsformationen ist Magie pur. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter, dass ich es tatsächlich nochmal geschafft habe, mich so früh vom warmen Bett zu trennen. Zwar sind die Ballons heute ein ganzes Stück weiter von uns entfernt als in Çavusin gestern, aber dafür werden sie von der wunderschönen Lichtstimmung ganz besonders zauberhaft in Szene gesetzt.


Kappadokien Wanderung | Cappadocia Trail – Tag 5: Von Uçhisar nach Göreme
DATEN UND FAKTEN

Durch das Zemi Valley nach Göreme
Unsere letzte Etappe auf dem Cappadocia Trail führt uns durch das Zemi Valley und ist landschaftlich relativ ähnlich zu den vorigen Tagen. Das macht aber rein gar nichts, so können wir nochmal ein kleines Best Of der Felsenkulissen in Kappadokien genießen und alles ganz in Ruhe auf uns wirken lassen. Das Wetter ist traumhaft, und wir sind mal wieder ganz alleine hier unterwegs.
Ein kleiner Abstecher führt uns zur sehenswerten in den Fels geschlagenen Cistern Cave Church mit super erhaltenen Fresken, die biblische Szenen zeigen. Danach schlängeln wir uns an einem kleinen Bachlauf entlang durchs Tal, mit reichlich Auf und Ab und über Stock und Stein – da darf auch zwischendurch mal ein wenig gekraxelt werden.
Da es in der letzten Nacht ziemlich geregnet hat, müssen wir heute mit einigem an Matsch kämpfen und auch des öfteren über kleine Baumstämme balancieren, um einigermaßen trockenen Fußes durchzukommen. Natürlich schaffe ich es aber an der allerletzten Stelle, bevor es auf einen befestigten Weg geht, dann doch noch im Bach auszurutschen und mir nasse Füße zu holen. Hallelujah!



Ankunft in Göreme
Den nächsten Schlenker machen wir bergauf zu einem Viewpoint über Göreme bis hin zur Felsenburg von Uçhisar, wo wir morgens gestartet sind. Einige Selfie-Spots – vom Traktor bis zum brennenden Herz – sorgen für Unterhaltung für alle diejenigen, denen die Natur alleine noch nicht genug ist. 😉
Bevor wir dann endgültig in Richtung Stadt aufbrechen, verlassen wir noch ein allerletztes Mal die Route und schweifen zum Göreme Open Air Museum ab. Obwohl dieses ebenfalls richtig sehenswert sein soll, werfen wir aber nur einen Blick in die berühmte Tokali Kirche vor dessen Toren. Diese ist ohne Eintrittsgeld zugänglich, und wurde uns am Vorabend noch wärmstens von einem Kellner in Uçhisar empfohlen. Und sie ist in der Tat eine Augenweide, stammt sie doch aus dem frühen 9. Jahrhundert und zeigt einige der beeindruckendsten und farbenfrohsten Fresken in der Region. Derzeit finden allerdings inmitten der leuchtend blauen Gemälde einige Restaurierungen in der Kirche statt, was ich ein wenig schade fand.
Jetzt aber schnell, schnell – in Göreme wartet schon ein dringender Termin im Hammam auf uns. Ich freue mich riesig auf eine große Portion Wellness, bevor wir morgen nochmal zu einer Wanderung in einem anderen Teil Kappadokiens aufbrechen.


Mein erster Besuch im Hammam
Ich bin fast ein bisschen aufgeregt, als ich das Tantan Spa in einer ruhigen Seitenstraße Göremes betrete. Wir haben uns ein zweistündiges Kombipaket gebucht und starten direkt mit einem kurzen Aufenthalt in der Dampfsauna. Danach werden wir eine Stunde lang bei einer Ölmassage durchgeknetet, um uns im Anschluss auf die Kacheln des Hammams zu legen. Die folgende Massage, bei der wir von Kopf bis Fuß in Badeschaum gehüllt und gründlichst geschrubbt werden, ist unglaublich angenehm. Ich fühle mich wie neu geboren, das war echt mal eine spannende, nein vor allem entspannende Erfahrung!

Unsere Unterkunft in Göreme: Aysel Inn House
Das Aysel Inn House* in Göreme hat mich mit seiner herzlichen, familiären Atmosphäre und dem authentischen kappadokischen Stil überzeugt. Die Zimmer sind zwar ziemlich klein, aber dafür liebevoll und mit traditionellen Details eingerichtet. Auch die Lage in einer ruhigen Seitenstraße, aber dennoch in unmittelbarer Nähe des Zentrums, fand ich sehr gut. Morgens konnten wir auf der Terrasse ein reichhaltiges Frühstück genießen.

Meine Restaurant-Tipps in Göreme
Zu karibischen Klängen hatten wir im kunterbunten und lebensfrohem Restaurant Aysel’in Mutfağı unser Abschiedsdinner mit den Rangern und anderen Teilnehmenden vom Cappadocia Trail. Nicht nur Essen und Cocktails sind hier empfehlenswert, auch der Ausblick auf „Göreme by Night“ kann was. Und die Baklava zum Dessert war unverschämt gut!
Happena Restaurant
Das Happena Restaurant ist wohl die beste Adresse in Göreme, wenn du exquisite, lokale Küche mit einer stimmungsvollen und romantischen Atmosphäre kombinieren möchtest. Der Blick auf die Höhlen und beleuchteten Felsenlandschaften von Göreme bei Nacht ist einfach irre, und die traditionell zubereiteten Gerichte unglaublich lecker. Meine Top-Empfehlung für Göreme!
Konak Rooftop Bar & Restaurant
Eigentlich wollte ich ja unseren allerletzten Abend in Göreme ganz unbedingt draußen auf gemütlichen Sitzkissen in einer der vielen stylischen Rooftop-Bars ausklingen lassen, aber der Wettergott hat es leider nicht gut mit uns gemeint. Da es wirklich in Strömen geschüttet hat, war die gemütliche Konak Rooftop Bar mit ihren pompösen Innenräumen ganz bestimmt die beste Alternative. Die Cocktails waren hervorragend. Und das Ambiente mit dem reich verzierten orientalischem Design und historischen Gemälden mein absolutes Highlight!

Kappadokien Wanderung | Ihlara Tal – Von Ihlara zum Kloster von Selime
DATEN UND FAKTEN

Einstieg in die Schlucht von Ihlara
Nachdem wir den eigentlichen Cappadocia Trail gestern erfolgreich beendet haben, machen wir zum krönenden Abschluss heute noch einen Ausflug ins Ihlara Tal. Mit dem von Travelbase organisierten Shuttle sind es knapp 1,5 Stunden Fahrtzeit dorthin, die sich unbedingt lohnen, gehört die Wanderung im Ihlara Valley doch zu den allerschönsten in ganz Kappadokien.
Am Eingang der Schlucht entrichten wir den Touristen-Eintritt von 15 Euro (einen Audio-Guide kann man dazu buchen, das haben wir uns aber gespart) und steigen neugierig die Treppenstufen bergab. Auf den ersten Metern kommen uns ganz schön viele Wandergruppen entgegen, und wir befürchten schon in einer Art Outdoor-Disneyland gelandet zu sein. Zum Glück wandern die meisten von ihnen aber nur einen sehr kleinen Abschnitt des Canyons, so dass wir bereits nach spätestens einem Drittel der Strecke meistens wieder alleine unterwegs sind.
Warum das Ihlara Tal so beliebt ist, ist kein Wunder. Es ist wunderschön und üppig grün hier, der Trail ist super ausgebaut, und wir wandern immer am tosenden Fluss entlang. Steile, rötlich schimmernde Felswände türmen sich links und rechts von uns auf. Auch in diesem Teil Kappadokiens verstecken sie zahlreiche Höhlen und dutzende Felsenkirchen. Unglaublich, wie viele Abstecher man hier am Rande des Weges machen könnte. Es gibt so viel zu entdecken, dass man locker einen kompletten Wandertag in der tief eingeschnittenen Schlucht verbringen kann.



Pause im idyllischen Café am Fluss
Über Holzstege, Treppen und Brücken verläuft der Weg total abwechslungsreich. Zwischendurch sorgen kleine Cafés inmitten der Natur und witzige Figuren für zusätzliche Unterhaltung und jede Menge kreativer Fotospots. Ich freue mich wie immer ganz besonders, auch ein paar Wanderkatzen zu treffen und bin ganz in meinem Element.
Nachdem wir einige Treppenstufen hoch zu einem Viewpoint erklommen haben, wartet direkt am Fluss mein absolutes Highlight der Tour: ein Café mit niedlichen Holzhütten, wie es uriger gar nicht sein könnte. Wir machen es auf den Sitzkissen gemütlich, bestellen Tee und superleckere Gözleme (türkische Pfannkuchen, die u.a. mit Käse und Spinat gefüllt werden) und beobachten all die Hühner, Pfauen, Gänse, Katzen und Hunde um uns herum. Was für eine entspannte und friedliche Atmosphäre – hier könnte ich den ganzen Tag einfach nur hemmungslos chillen!
Weiter geht’s richtig idyllisch am Fluss entlang, das Tal wird bald immer weiter und ausladender, und wir genießen die Ruhe in der Auenlandschaft. Da es in der Ferne schon bedrohlich donnert und grummelt, müssen wir nun allerdings einen Schritt zulegen. Um einen heftigen Hagelschauer kommen wir trotzdem nicht herum – Gottseidank haben wir unsere Regenjacken nicht umsonst eingepackt. 😉


Am beeindruckenden Kloster von Selime
Zum Ende der Tour tauchen rechts von uns nochmal jede Menge Feenkamine, kunterbunte Blumenwiesen und Weinreben auf, und auch eine riesige Herde Schafe zieht an uns vorbei. Kurz darauf sind wir am Selime Kloster angekommen und haben zum Glück noch knapp eine Dreiviertelstunde Zeit für die Besichtigung. Diese ist im Eintrittspreis zum Ihlara Valley mit enthalten und noch ein weiteres, riesiges Highlight der Tour.
Es macht total Spaß, all die versteckten Räume, Kirchen, Tunnel und Kammern in diesem beeindruckenden Klosterkomplex in den Felsen zu entdecken. Und auch die Ausblicke auf die Landschaften Kappadokiens sind nochmal ein großartiges Abschiedsgeschenk. Besonders die alte Kathedrale fasziniert uns so sehr, dass wir gerne noch mehr Zeit für die Entdeckungstour hier gehabt hätten.
Wir sind so froh, dass wir uns am letzten Tag unserer Kappadokien-Reise noch für diese tolle Wanderung entschieden haben. Klar, dass wir darauf natürlich noch standesgemäß mit einem frisch gepressten Saftmix aus Orange und Granatapfel anstoßen!


Abreisetag
Am nächsten Morgen werden wir schon um 6.30 Uhr vom Shuttle-Bus an unserem Hotel in Göreme abgeholt. In knapp 1,5 Stunden Fahrtzeit geht es zurück zum Flughafen Kayseri, wo unser Abenteuer begann! Nicht nur wir sind begeistert, alle Teilnehmenden sind sich einig, was für eine unvergessliche Wanderung durch Kappadokien wir da erlebt haben.

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Mein Fazit zum Cappadocia Trail
Ich hoffe, meine riesige Begeisterung für die Wanderung auf dem Cappadocia Trail ist in diesem Blogartikel rübergekommen. Die surrealen Landschaften Kappadokiens haben mich nicht nur einmal sprachlos gemacht und wirklich verzaubert.
Zwar bin und bleibe ich ein wenig enttäuscht, dass unsere gebuchte Fahrt mit dem Heißluftballon über Göreme wetterbedingt ausfallen musste, aber ansonsten war die komplette Reise fast schon zu perfekt um wahr zu sein.
Könntest du dir die Mehrtagestour auf dem Cappadocia Trail auch vorstellen? Hast du Kappadokien vielleicht sogar schon einmal besucht und die Magie dort selbst spüren können?
Wie immer freue ich mich sehr über alle deine Anmerkungen, Fragen und Kommentare zu diesem Artikel.
Liebe Grüße,
Deine Sabrina


